Wolfsburg. Der VW-Handel hat auf dem deutschen Markt erneut mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Nach dem Run auf das Kompakt-SUV Tiguan (Automobilwoche 1/2008) sorgen nun Nachschubprobleme beim Golf Variant für Verärgerung. „Bei anderen Herstellern türmen sich Halden auf“, schimpft ein hessischer VW-Partner, „nur wir können mal wieder nicht genügend Autos bauen“. Auslöser ist der Trend zu kleineren Pkw mit niedrigem Verbrauch vor dem Hintergrund steigender Spritkosten und der CO2-Debatte.
VW-interne Dokumente belegen insbesondere im volumenträchtigen Geschäft mit Flottenbetreibern mehrmonatige Verzögerungen: „Aufgrund der äußerst positiven Auftragseingangssituation kann der Golf Variant nicht immer zum Wunschtermin des Großkunden geliefert werden“, räumt der Verkauf Deutschland Pkw in einem Schreiben an die Händler ein. „Neben der am 14. Juli gestarteten Aktion ,Mobilitätsfahrzeuge mit 28 Prozent Marge bei Bestellungen Golf Variant für Großkunden‘ möchten wir Sie mit einer weiteren Maßnahme unterstützen.“ Dabei handelt es sich um eine sogenannte Bridging-Leasingaktion, mit der VW die Wartezeit auf den in Mexiko produzierten Kombi-Ableger des Golf V überbrücken will. Großabnehmern bietet VW daher jetzt „attraktive Raten für den Touran und Passat Variant über die VW Leasing für eine Laufzeit von zwölf Monaten an“. Beide Modelle stehen in ausreichender Anzahl zur Verfügung – und können somit als Interimslösung dienen.
Wegen der jüngst in den Fokus geratenen Restwert-Risiken wird dem Handel aber zur Vorsicht geraten: „Bei einer eventuellen vorzeitigen Aufhebung wegen Liefermöglichkeit des neuen Golf Variant können aufgrund der Vermarktungssituation erhebliche Kosten entstehen, die dann vom Kunden zu tragen wären“, warnt VW. „Wir empfehlen daher, den Kunden über diese Konstellation im Voraus zu informieren.“