Augsburg. Als einer der ersten Autohändler in Deutschland unterzeichnete Franz Strobel 1971 den Händlervertrag für die japanische Marke Toyota. "Wir haben die Händlernummer zwei", erzählt sein Sohn Enrico. Er übernahm 1991 die Leitung des Anfang der 50er-Jahre gegründeten Unternehmens, das zunächst mit Lastwagen, danach mit Fahrzeugen der Marke Fiat handelte. Heute ist Toyota Strobel ältester Gruppenhändler der Toyota-Vertriebsorganisation in Deutschland. Im Rahmen ihrer Netzpolitik arbeiten die Japaner derzeit mit 80 Gruppenhändlern zusammen, die andere selbstständige Toyota-Partnerhändler betreuen.
Gemeinsam mit den 28 angeschlossenen Partnern im Großraum Augsburg verkaufte Strobel 2007 rund 6400 Neuwagen - davon etwa 2000 in den drei eigenen Autohäusern. Damit ist das Unternehmen hierzulande der zweitgrößte Gruppenhändler hinter DIT (München, Halle, Dresden), einer Tochter der AVAG Holding. Den Umsatz 2007 beziffert Enrico Strobel mit 160 Millionen Euro. Gemessen am Umsatz pro Mitarbeiter rangiert das Unternehmen nach der jüngsten Auswertung des Instituts für Automobilwirtschaft unter den Top-50-Handelsgruppen auf Platz zwei.
"2008 wird ein Durchhaltejahr", sagt Strobel, der einen Absatz etwa auf dem Niveau von 2007 plant. Denn mit neuen Modellen kann Toyota in Deutschland erst wieder 2009 aufwarten. Neben dem Hauptbetrieb in Augsburg-Lechhausen gibt es seit 2004 ein zweites Autohaus in Göggingen. Und im Dezember 2007 erwarb Strobel das Autohaus Stemmer in Gersthofen als weitere Filiale. Außerdem gehört das Lexus-Forum Augsburg zur Strobel-Gruppe. 2010 will der Unternehmer den Hauptbetrieb in der Donaustraße modernisieren. Rund eine Million Euro sollen in den Umbau des Gebäudes fließen.
Mit knapp neun Prozent hält Toyota in der Stadt Augsburg einen Marktanteil, der mehr als doppelt so hoch ist wie der Bundesdurchschnitt der Marke (Stand Ende 2007: 4,06 Prozent). Damit liegt das Autohaus Strobel in Augsburg auf Platz zwei hinter der AVAG Holding mit der Marke Opel und vor Volkswagen und Mercedes-Benz.
Enrico Strobel und sein Geschäftsführer Helmut Sassarat sehen die neue Führung bei Toyota Deutschland positiv. Es sei gut, dass der neue Toyota-Deutschland-Statthalter Alain Uyttenhoven, zuletzt Vice President Aftersales bei Toyota Motor Europe, ein Mann mit Europa-Erfahrung ist, meinen beide. Doch die Preiserhöhung für Toyota-Modelle, die zeitgleich mit dem Amtsantritt von Uyttenhoven am 1. April in Kraft trat, kann Strobel nicht nachvollziehen, "weil sich der Käuferstreik noch nicht gelöst hat". Kritisch sieht Strobel außerdem eine Änderung im Toyota-Margensystem, die den Händlern durch eine neue Bonusregelung Einbußen von bis zu 0,85 Prozent beschert. "Das", sagt Strobel, der in den Jahren 2001 bis 2003 auch Sprecher der deutschen Toyota-Händler war, "untergräbt die Motivation."