München/Frankfurt. Der Wechsel vom Sport- in den Schongang war hart für die deutschen Autobauer. Seit die EU-Kommission vor gut zwei Jahren mit ihren geplanten CO2-Grenzwerten die Debatte um Sparmobile und Spritfresser lostrat, dreht sich auf einmal alles um Effizienz und alternative Antriebe. Die Deutschen, lange abonniert auf röhrende Motoren und Freude am Fahren, machten dabei zunächst keine gute Figur. Toyota hingegen vermarktete geschickt sein Hybridmodell Prius und verkaufte sich als Saubermann der Branche.
Doch VW, BMW, Daimler und Co. erholten sich rasch von ihrem Schrecken und sprangen auf den Öko-Zug auf. Schon im darauffolgenden Herbst gab sich die Branche auf der IAA geläutert und enthüllte eifrig ihre Visionen einer sauberen Zukunft. Spötter benannten die weltgrößte Automesse daher kurzerhand in "grüne Woche" um. Zwei Jahre später kann nun vom 17. bis 27. September in Frankfurt besichtigt werden, ob die Deutschen in Sachen Öko ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Auffällig ist vor allem der breite Mix, der in diesem Jahr auf der IAA zu sehen sein wird. Hybrid- und Elektroautos sind nicht mehr nur grüne Feigenblätter, die nach den Pressetagen verschämt aus den Hallen geschoben werden, sondern spielen mittlerweile eine wichtige Rolle. Und bei allen anderen Modellen vom Sportwagen bis zur Familienkutsche ist zumindest Sparsamkeit die oberste Devise.
Setzten die Deutschen hier lange auf den Diesel, haben sie mittlerweile auch beim Thema Hybrid umgedacht. Inspiriert vom Erfolg des Prius ziehen die meisten Hersteller nach, zumindest ein Hybridmodell gehört mittlerweile zum guten Ton. BMW zeigt zum Beispiel ökologisch korrekte Varianten des Geländewagens X6 und des Siebener-Flaggschiffs. Sie sollen bereits ab April bei den Händlern stehen. Die Beruhigung des grünen Gewissens kostet allerdings einiges. Der X6 Hybrid ist 25.000 Euro teurer als das normale Modell.