Wolfsburg/Stuttgart. Volkswagen und sein Hauptaktionär Porsche arbeiten gemeinsam an einer Neuausrichtung der Führungsstrukturen. „Auf lange Sicht wird Porsche die zehnte Marke im VW-Konzern“, sagte ein hochrangiger Manager des Stuttgarter Sportwagenbauers der Automobilwoche. „Es kann gar nicht anders gehen, wenn wir es ernst meinen mit der Zusammenarbeit.“ Porsche werde einen Teil der operativen Verantwortung an VW abgeben, dafür jedoch werde die Porsche Holding ihre Kontrolle über den Gesamtkonzern stärken. Die Verhandlungen über einen entsprechenden Beherrschungsvertrag laufen.
Neben Porsche-Lenker Wendelin Wiedeking, 56, kommt bei den Plänen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, 61, eine Schlüsselrolle zu. Winterkorn hatte die Führung des VW-Konzerns Anfang 2007 übernommen und wird Ende 2011 fünf Jahre im Amt sein. Da Winterkorn im Mai 2012 seinen 65. Geburtstag feiern und somit die VW-interne Altersgrenze erreichen wird, lässt der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch dem Vernehmen nach bereits eine Ausnahmeregelung für eine weitere Vertragsperiode Winterkorns prüfen.
Hintergrund: Winterkorn, der Piëchs vollstes Vertrauen genießt, gilt als Sachwalter der VW-Belange. Einer Speziallösung mit Blick auf das Erreichen der Altersgrenze hatten die zuständigen Gremien bereits bei der Weiterverpflichtung von VW-Vertriebschef Detlef Wittig zugestimmt. Auch Wittig ist ein Piëch-Vertrauter. Nach langem Streit um das Machtgefüge von Porsche und VW hat sich die Lage jüngst entspannt. „Gemeinsam haben wir das Zeug, das Kraftzentrum der internationalen Automobilindustrie zu bilden“, erklärte Winterkorn.