München/Stuttgart/Hannover. Mitten in der schweren Branchenkrise rüsten sich die Autobauer für die "grüne" Zukunft. Ein Wettrüsten liefern sie sich zwar im Grunde schon seit Jahren. Aber während es bislang meist um schnittiger, schneller und stärker ging, dreht sich jetzt alles um die Schlagworte effizienter und innovativer. "Premium zu produzieren nur über PS wird in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr genug sein", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer unlängst selbstkritisch.
Fieberhaft bereitet sich die Branche auf steigende Ölpreise und schärfere Umweltauflagen vor. Gefragt sind Hybridautos, elektrische Antriebe, Batterie- und Leichtbautechnik. Doch die Entwicklung dieser neuen Technologien, die noch Jahre dauern dürfte, kostet viel Geld. Um die Kosten im Griff zu behalten, versuchen die Hersteller, sie auf mehrere Schultern zu verteilen. Das Zauberwort lautet Kooperation. Der Stuttgarter Autokonzern Daimler kündigte denn auch an, mit seinem neuen Großaktionär, dem Emirat Abu Dhabi, bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen und neuen Verbundwerkstoffen zusammenzuarbeiten.
Erzrivale BMW entwickelt schon seit einiger Zeit Motoren mit dem französischen PSA-Konzern und denkt auch über den Verkauf von Aggregaten an andere Hersteller wie Alfa Romeo nach. Mit Daimler ist eine Kooperation beim Einkauf geplant. An Elektroautos basteln fast alle Hersteller.