Wolfsburg. Volkswagen hat noch keine Entscheidung über einen möglichen Einstieg beim insolventen Osnabrücker Autozulieferer Karmann getroffen. Über das Thema sei bei einer Sondersitzung des Aufsichtsratssitzung am Mittwoch nicht gesprochen worden, sagte Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Christian Wulff (CDU) am Abend in Wolfsburg. Zur Begründung hieß es, man sei angesichts eines große Beratungsbedarfs bei anderen Themen nicht mehr dazu gekommen. Der Aufsichtsrat vertagte sich auf den 20. November, wie ein VW-Sprecher bestätigte. An diesem Tag ist eine reguläre Sitzung des Gremiums bereits geplant. Möglicherweise würden sich die Aufsichtsräte aber bereits schon am 19. November treffen, um die noch offenen Fragen zu beraten, hieß es.
Neben einem möglichen Einstieg von VW bei Karmann standen auch die Details bei der geplanten Übernahme des Sportwagenbauers Porsche durch VW auf der Tagesordnung des Kontrollgremium. Es geht dabei um die konkreten Verträge für die Integration von Porsche in den VW- Konzern. Bisher gab es dazu nur eine Grundlagenvereinbarung, die Einzelheiten wurden bis zuletzt noch verhandelt. Die Beratungen über die komplexen juristischen Details bei der Verschmelzung der beiden Autobauer seien aber sehr zeitaufwendig gewesen, hieß es. Die Verträge sollen deshalb in der kommenden Woche noch einmal auf den Tisch kommen.
Porsche hat seinen Mitarbeitern derweil weitreichende Jobgarantien auf dem Weg zur Fusion mit VW gegeben. Im Zuge der bei dem Sportwagenbauer anstehenden Veränderungen vor dem Zusammengehen mit den Wolfsburgern werde es keine Kündigungen geben, heißt es in einem Schreiben an die Beschäftigten (siehe auch Artikel "Porsche unterrichtet Belegschaft über neue Details der VW-Fusion"; Automobilwoche liegt dieses Schreiben vor). Insgesamt arbeiten bei dem Sportwagenbauer mehr als 12.000 Menschen. (dpa/gem)