Wolfsburg. Der VW-Konzern will nach erfolgreichem Abschluss eines Pilotprojekts sein Hauptwerk in Wolfsburg schrittweise für den Einsatz modernster Materiallogistik umrüsten. Im Rahmen eines einjährigen Probebetriebs hatte Europas größter Autobauer in Kooperation mit dem Elektronikunternehmen IBM neue Ansätze der sogenannten Radio Frequency Identification (RFID) in der Materialwirtschaft getestet. Mit diesem berührungslosen Austausch von Logistik-Informationen per Funk plant VW, allein im Wareneingang den manuellen Aufwand um bis zu 80 Prozent zu reduzieren.
So hatte VW 3000 Spezialbehälter, in denen etwa Schiebedächer für den Golf VI angeliefert werden, mit RFID-Funketiketten bestückt. Mit Antennen an Gabelstaplern, Handlesegeräten und Halleneinfahrten ließen sich so entlang der gesamten Logistikkette vom Zulieferer bis zum Montageort alle Bauteile zuverlässig bestimmen und automatisch am jeweiligen Lagerort verbuchen. Kurt Rindle, bei IBM zuständig für RFID-Anlagen, hält das Pilotprojekt für wegweisend: "Es ist das erste weltweit, das einen Materialfluss zwischen Lieferanten und Automobilhersteller mit RFID-Technik im Tagesablauf verwirklicht hat.“ Klaus Hardy Mühleck, Leiter der Informationstechnologie bei VW, hat das Pilotprojekt gezeigt, "wie wir die innovative RFID-Technik zuverlässig und kostengünstig in unsere Geschäftsabläufe integrieren können“. Langfristiges Ziel sei nun eine "durchgängige und papierbeleglose Fertigungs- und Logistikkette im gesamten Konzern“.