Dresden. VW-Chef Martin Winterkorn hat die „Managementkonferenz Dresden 2008“ (MMK) kurz vor dem Jahreswechsel für eine schonungslose Bestandsaufnahme in der Autokrise genutzt. Zugleich machte der Konzernlenker seinen Führungskräften unter anderem mit der Vorab-Präsentation künftiger Modelle Mut für einen nochmals schärferen Wettbewerb. „Die jetzige Krise ist die schwierigste Situation, an die ich mich in meinen 30 Jahren in der Automobilindustrie erinnern kann“, räumte Winterkorn nach Angaben eines MMK-Teilnehmers ein. Die Begründung des VW-Vorstandsvorsitzenden: „Bisher waren rückläufige Entwicklungen zyklisch bedingt und nicht annähernd so dramatisch. Jetzt wird es von Monat zu Monat schlimmer, und wir haben aufgrund der Finanzkrise ein weltweites Thema. Wenn früher ein Markt wie Deutschland schwach war, ging es dafür in China oder Brasilien nach oben. Das ist jetzt leider anders.“
VW: Winterkorn appelliert an die Führungskräfte
Daher lautete Winterkorns zentraler Appell: „Wir alle müssen ein sehr, sehr hohes Kostenbewusstsein zeigen und sämtliche Ausgaben und Investitionen immer wieder auf den Prüfstand stellen.“ Gleichwohl gab er eine gerade von Ingenieuren erhoffte Zusage: „Es wird keine Abstriche beim Produktprogramm geben, in der Entwicklung liegt unsere Zukunft.“ Winterkorn zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben kleine Motoren und die richtigen neuen Autos. Wenn wir die Situation meistern, werden wir hinterher noch sehr viel stärker sein als jetzt.“ Besonders lebhafte interne Diskussionen hatten in Dresden vier sogenannte Module ausgelöst, die nach der Mittagspause folgten. In Modul 1, „Kunde“, sprach VW-Markenvertriebschef Christian Klingler zum Publikum.
Durch das zweite Modul, „Wachstum“, führte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Modul 3, „Personal“, übernahm Konzernpersonalvorstand Horst Neumann. Das vierte Modul, „Rendite“, oblag Lothar Sander, im Volkswagen-Markenvorstand zuständig für Controlling und Rechnungswesen. Schlussredner Winterkorn verband gegen 20 Uhr die vorherigen Beiträge „mit einem großen Spannungsbogen“, so ein Insider. Dabei ließ er Volkswagen-Fahrzeugkonzepte der Zukunft präsentieren. „Und dann gab es für ,Wiko‘ lang anhaltende und stehende Ovationen.“