Hamburg. Citroen-Chef Frederic Banzet will bis 2012 einen der drei Spitzenplätze im europäischen Automarkt erobern. Das würde bedeuten, dass sich die Gewichte beim zweitgrößten europäischen Autohersteller verschieben und Citroën die Schwestermarke Peugeot überholt. Derzeit nimmt Citroën trotz vieler Erfolge nur Rang sieben ein. "Das ist eine Ambition, keine Prognose", sagte Banzet der "Financial Times Deutschland" (Dienstausgabe). "Natürlich sagen mir einige, das sei total verrückt, aber ich meine das schon ernst."
Die Marke Citroën war einer der Hauptprofiteure der Abwrackprämie - besonders in Deutschland, wo die Automarke ihre Verkäufe im Vorjahresvergleich um die Hälfte steigern konnte und erstmals über drei Prozent Marktanteil kam. Im Mittelpunkt der ambitionierten Expansionspläne steht der neue Kleinwagen C3. Das Auto, das etwa mit dem VW Polo oder dem Ford Fiesta konkurriert, wird ab kommender Woche in Frankreich verkauft und ab Januar in Deutschland. Citroën hatte einen Teil seines Erfolgs der vergangenen Jahre mit aggressiven Preisnachlässen erkauft. Jetzt aber wollen die Verantwortlichen verhindern, dass ihrer Marke dauerhaft ein Billigimage anheftet.
Um sein Ziel zu erreichen, will Banzet anderen Marken vor allem Kunden abjagen, indem er Neukäufer unter den Geschäftskunden gewinnt. Während die Marke unter Privatkunden gut vertreten ist, machen die Flotteneinkäufer bislang einen Bogen um Citroën. Jetzt kommt ihnen Banzet mit speziellen Kundenberatern und speziellen Ausstattungen entgegen - und verspricht einen hohen Wiederverkaufspreis der Autos. (dpa-AFX/gem)