In Leipzig ist uns etwas bislang weltweit Einmaliges gelungen. Wir haben in nur wenigen Wochen bei laufender Produktion unser Werk neu ausgerichtet. Seit April fertigen wir den Geländewagen Cayenne und das Sportcoupé Panamera auf einem Band – im vollen Mix, ohne Restriktionen. Das ist die eine Innovation, das zweite Highlight in unserem Werk ist das Logistikkonzept. Mit diesem neuen System kommt der komplette Produktionsverbund, inklusive aller Zulieferer, nahezu ohne Lagerhaltung aus. Unsere Lieferanten erhalten in einem zeitlichen Vorlauf von sieben Tagen die genauen Produktionsdaten. Eine Woche also, bevor ein Panamera auf Band gesetzt wird, beginnen die Zulieferer mit der Herstellung ihrer Umfänge – und zwar genau in jener Reihenfolge, die wir über die Materialabrufe vorgeben.
"Uns ist etwas Einmaliges gelungen“
VW bekommt als größter Modullieferant mit einem Vorlauf von sechs Monaten eine Vorschau über die benötigten Panamera- Rohkarossen. Damit können die Kollegen in Hannover ihren Materialeinkauf und die notwendigen Kapazitäten steuern. Die Feinplanung erfolgt dann auch mit VW wieder analog wie bei allen Zulieferern mit einem Vorlauf von einer Woche.
Die Logistik in Leipzig ist aus einem Guss. Rückgrat des neuen Systems ist eine gemeinsame Kommissionierzone, die sowohl die Produktion des Cayenne als auch die des Panamera mit Teilen versorgt. Das heißt, wir sprechen grundsätzlich von einem gemeinsamen System. Jedoch fallen beim Panamera einige Montageumfänge mehr an als beim Cayenne. Vor diesem Hintergrund werden Großmodule, beispielsweise das Cockpit, "just in sequence“ direkt an die Interieurmontage angeliefert. Das ist der "logistische Unterschied“ zwischen den beiden Fahrzeugen.
Porsche unterhält sich in einer Reihe von Expertenkreisen mit anderen Herstellern über grundlegende Technologien. Mit VW sind wir in einem Gremium tätig, in dem sich beispielsweise Lackexperten zu den Materialien der Zukunft informieren, über den Einsatz von Lackierbetriebsmitteln oder über Lackstandards.
Jeder Porsche ist ein individuelles Fahrzeug. Und in der Beherrschung der extrem hohen Varianz unserer Produkte liegt auch unsere größte Stärke. Wir produzieren "maßgeschneiderte“ Sportwagen verlässlich, mit hoher Qualität und trotz geringer Stückzahlen profitabel. VW hat als Großvolumenhersteller natürlich andere Anforderungen und ist an den Standorten, die ich kenne, logistisch sehr gut aufgestellt.
Im Moment sind wir vollauf damit beschäftigt, den Panamera in höchster Qualität und in der richtigen Stückzahl auf die Straße zu bringen. Darüber hinaus haben wir mit VW derzeit keine weiteren vergleichbaren Fahrzeugprojekte vereinbart.
Dass Aisin als japanisches Unternehmen zum Lieferanten des Jahres gekürt wurde, ist natürlich kein Zufall. Wie Sie wissen, ist die japanische Automobilindustrie – neben einem kleineren deutschen Sportwagenbauer mit Sitz in Zuffenhausen – das weltweite Vorbild für schlanke und effektive Produktion. Und das Ergebnis von Aisin kann sich sehen lassen. Wir messen regelmäßig Kennzahlen wie beispielsweise den Lieferservice unserer Zulieferer. Aisin hat kein einziges Getriebe zu spät geliefert. Und bei den Produkten hatten wir keine Qualitätsmängel zu beanstanden.
Es wird in diesem Geschäftsjahr noch weitere Schließungstage geben, die bereits kommuniziert sind. Hier kommen uns natürlich nun die äußerst flexiblen Arbeitszeitmodelle von Porsche zugute.
Nein, daran denken wir nicht.
Auf jeden Fall. Denken Sie nur an die hoch innovativen Methoden in Produktion und Logistik des neuen Panamera. Im Moment bauen wir zehn Fahrzeuge pro Tag, bald werden es täglich 90 sein. Im Zuge dieser Steigerung werden sich immer wieder weitere Potenziale zeigen. Und seien diese auch noch so klein, in Summe fallen sie erheblich ins Gewicht. In der Logistik ist es wie beim Porsche 911: Man denkt, den kann man einfach nicht mehr besser machen. Und dann ist es der nächste Elfer doch.