Nach Einschätzung des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer ist es wahrscheinlich, dass chinesische Investoren beim Rüsselsheimer Autobauer einsteigen. Dies wäre etwa eine Chance für die beiden großen chinesischen Konglomerate Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) und First Automotive Works (FAW), um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. "Sie könnten sich dafür die Vertriebskanäle und Technik von Opel zunutze machen."
Eine Allianz mit Fiat mache allerdings keinen Sinn. Die beiden Rivalen würden sich in Westeuropa gegenseitig Marktanteile wegnehmen. Zumal würde dies Fiat angesichts der laufenden Verhandlungen über eine Allianz mit dem US-Autobauer Chrysler eindeutig überstrapazieren. "Man ist bei GM außerdem eher vorsichtig, was Fiat betrifft", sagte Dudenhöffer. GM hatte sich vor neun Jahren an Fiat beteiligt, stieg Anfang 2005 gegen eine Milliardenzahlung aber wieder aus der Allianz aus.
Die angedachte Partnerschaft zwischen Opel und Fiat würde dem Bericht von "Automotive News" zufolge die insolvente schwedische GM- Tochter Saab nicht mit einschließen. Für sie sucht General Motors derzeit einen Käufer. Die mögliche Allianz ändere auch nichts an dem geplanten Einstieg von Fiat bei Chrysler. Ein großes Bündnis aus Fiat, den GM-Geschäften in Europa und Lateinamerika sowie mit Chrysler wäre dem Magazin zufolge zuletzt weltweit auf Platz zwei beim Autoabsatz gekommen. Im vergangenen Jahr haben diese Hersteller demnach zusammen 7,05 Millionen Autos verkauft - nur der Branchenprimus Toyota aus Japan setzte noch mehr ab.
Opel will sich nach bisherigen Plänen mit Hilfe von Investoren als eigenständige europäische Aktiengesellschaft weitgehend von der Mutter abkoppeln. An der neuen Gesellschaft soll GM nur eine Minderheitsbeteiligung halten. Als möglichen Kopf der Gesellschaft brachte der Chef des größten Opel-Händlers AVAG, Volker Borkowski, den früheren VW-Chef Bernd Pischetsrieder ins Gespräch. Er wäre dem Opel-Management vermittelbar und könnte gegenüber GM viel härter auftreten als beispielsweise der GM-Europachef Carl-Peter Forster, erklärte Borkowski in der "Automobilwoche".
Nach Ansicht von Dudenhöffer ist allerdings das Risiko groß, dass ein Investor nur kurzzeitig einsteige, um die hohen Zuschüsse zu kassieren und Gewinn zu machen. "Es ist sehr schwer, Investoren zu finden, die langfristig mit dem Unternehmen zusammenarbeiten." Der sicherste Weg für Opel sei deshalb eine vorübergehende Staatsbeteiligung. Allerdings habe die CDU dafür bisher zu viel Angst vor der eigenen Courage. Auch Betriebsratschef Franz plädierte für eine Staatsbeteiligung.