Stuttgart/New York. Porsche setzt sich in den USA gegen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zur Wehr. Der Sportwagenbauer werde bei einem New Yorker Gericht am späten Dienstagabend (Ortszeit) beantragen, dass die Klage einer Gruppe von US-Investmentfonds abgewiesen wird, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Montag aus Branchenkreisen. Zuvor hatte bereits die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" darüber berichtet. Es wird damit gerechnet, dass das Gericht bis Mitte Januar 2011 entscheidet, ob die Klage zugelassen oder abgewiesen wird.
Die Investmentfonds hatten die Porsche Automobil Holding und deren ehemalige Vorstände Anfang des Jahres wegen undurchsichtiger Aktiengeschäfte verklagt. Sie werfen den Stuttgartern vor, sie hätten ihre wahren Absichten bei der geplanten VW-Übernahme verheimlicht und den Kurs der VW-Aktie manipuliert. Nach Medienberichten geht es um mehrere Milliarden US-Dollar Schadenersatz. Porsche hatte Ende Oktober 2008 mitgeteilt, insgesamt Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien zu haben und löste damit ein Kursfeuerwerk aus. Der Kurs der Volkswagen-Aktie schoss zwischenzeitlich auf über 1000 Euro.
Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verhoben, einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft und soll nun schrittweise in den VW-Konzern integriert werden. Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und sein früherer Finanzvorstand Holger Härter mussten im Juli 2009 ihren Hut nehmen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte bereits im August 2009 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Marktmanipulation beim Übernahmekampf zwischen VW und Porsche eingeleitet. Geklärt werden soll die Frage, ob Porsche im Zuge des Einstiegs bei Volkswagen Anleger und Akteure an der Börse möglicherweise falsch informierte und die Kursentwicklung unzulässig beeinflusste. Erste Zwischenergebnisse sollen nach Angaben der Ermittler Ende 2010 oder Anfang 2011 präsentiert werden. (dpa/gem)