Augsburg. Die Augsburger AVAG Holding erweitert das Netz ihrer Handelsgruppe durch Zukäufe bei ihren beiden Hauptmarken Opel und Ford. So gehört ab dem 1. Mai der Nürnberger Traditionshändler Opel Kropf zur AVAG. Damit übernimmt der Handelsriese nach dem Münchner Ford-Händler Kuttendreier erneut ein alteingesessenes Autohaus. Das Autohaus Kropf mit rund 70 Mitarbeitern hatte in den vergangenen drei Jahren bereits zweimal Insolvenz anmelden müssen. Nun konnte Insolvenzverwalter Joachim Exner mit der AVAG einen Investor für das Autohaus in der strukturschwachen Region Nürnberg/Fürth gewinnen. "Die Verhandlungen waren fair und vernünftig“, sagt AVAG-Vorstandschef Volker Borkowski.
Ziel der Übernahme ist der Start des "Neuen Autohauses Kropf“, das sich "als automobiles Schwergewicht in der Nürnberger Autohausszene zurückmelden wird“, kündigt Borkowski an. Das Markenportfolio am bisherigen Nürnberger Standort Deutschherrnstraße soll ausgeweitet werden. Dies entspricht der AVAG-Strategie der Risikodiversifizierung. Mitte 2009 hatte das Unternehmen Ford als neue Volumenmarke aufgenommen, um sich gegen eine ungewisse Opel-Zukunft abzusichern.
Mittlerweile verkaufen die Augsburger in München-Moosach, Eching, Augsburg und Berlin das Kölner Fabrikat. Mittelfristig soll Ford zehn bis 20 Prozent zum AVAG-Umsatz beitragen. Mit der Übernahme von Ford Kuttendreier durch die AVAG-Tochter Automobilforum Wickenhäuser baut die Augsburger Gruppe ihr Ford-Engagement aus. Das Münchner Autohaus Kuttendreier ist seit 1962 Ford-Vertragshändler und seit 2005 Opel-Servicepartner. Alle der rund 60 Mitarbeiter werden übernommen. Im Geschäftsjahr 2008/2009 (per 31.8.) verkaufte die AVAG-Gruppe knapp 82.000 Neu- und Gebrauchtwagen und setzte 1,23 Milliarden Euro um. Das Mehrmarkenunternehmen, das in dem Top-100-Ranking der größten Handelsgruppen in Deutschland stets im Spitzenfeld rangiert, ist auch in den Ländern Polen, Österreich, Ungarn und Kroatien aktiv.