New York. Ein kleiner Schalter beschert dem US-Autobauer Ford die größte Rückrufaktion seiner Geschichte. Weil ein defekter Geschwindigkeitsregler Feuer auslösen kann, muss der Hersteller in den Vereinigten Staaten nochmals 4,5 Millionen ältere Modelle zurückrufen. Von dem seit langem bekannten Defekt des Tempomat-Schalters sind damit nach mehreren früheren Warnungen seit 1999 insgesamt rund 16 Millionen Fahrzeuge betroffen - mehr als bei jedem anderen Rückruf von Ford. Die neuerliche Aktion betreffe nur Nordamerika, betonte ein Sprecher auf Anfrage in der Nacht zum Mittwoch. Wie teuer der Schaden für den ohnehin verlustreichen Hersteller wird, wollte Ford nicht beziffern.
Die Aktion ist der zweite spektakuläre Rückruf in den USA in nur zwei Wochen: Erst Ende September hatte der weltgrößte Autobauer Toyota in den Vereinigten Staaten rund 3,8 Millionen Wagen zurück in die Werkstätten beordert. Bei den Japanern klemmte eine lose Fußmatte das Gaspedal ein. Bei dem defekten Ford-Schalter könne Flüssigkeit austreten, die durch Überhitzung Rauch oder gar Feuer auslösen könne, warnte die nationale Aufsicht für Verkehrssicherheit in den USA. Der zweitgrößte US-Autobauer betonte, die Brände hätten zwar Sachschäden verursacht, aber bisher keine Verletzungen oder gar Todesfälle.
Der von Texas Instruments an Ford gelieferte Schalter kostet Experten zufolge lediglich rund 20 Dollar (13,50 Euro). Der US-Lieferant teilte mit, der Schalter sei nur ein Teil des gesamten Systems und nicht die eigentliche Ursache der Feuer. Bei Fords neuerlicher Rückholaktion geht es diesmal um Minivans vom Typ Windstar sowie unter anderem um Pickups, Geländewagen und Wohnmobile der Marken Ford, Lincoln und Mercury. Die mehr als ein halbes Dutzend betroffenen Modelle stammen aus den Jahren 1992 bis 2003. (dpa/gem)