Frankfurt. Europas größter Automobilhersteller Volkswagen (VW) hat trotz erfreulicher Absatzzahlen laut Expertenmeinung im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Gründe hierfür seien unter anderem, dass die Kunden sich eher für Kleinwagen entschieden und zunächst einmal Fahrzeugbestände aus dem Handel verkauft wurden. Der Wolfsburger Konzern mit den Marken Volkswagen, Audi, Lamborghini, Skoda, Seat und Bentley sowie VW Nutzfahrzeuge und der schwedischen Lastwagen-Tochter Scania will am Donnerstag (29. Oktober) seine Zahlen vorlegen. Wesentliche Neuigkeiten zur geplanten Übernahme des Stuttgarter Sportwagenbauers Porsche dürfte es nicht geben.
Die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten erwarten für das dritte Jahresviertel einen Umsatzrückgang von 28,9 Milliarden Euro im Vorjahr auf 26,5 Milliarden Euro. Operativ hat der Konzern nach der Konsensschätzung der acht Experten nur noch 394 Millionen Euro verdient, nach 1,49 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Überschuss ist den Analysten zufolge von 1,16 Milliarden Euro auf 160 Millionen Euro geschmolzen. Dies entspricht einem Ergebnis von 41 Cent je Aktie.
Inmitten der weltweiten Branchenkrise steht Volkswagen im Vergleich zu den internationalen Wettbewerbern unbestritten gut da. Nach neun Monaten haben die Wolfsburger mit 4,76 Millionen Fahrzeugen fast so viele verkauft wie im Vorjahr und damit der Konkurrenz Marktanteile abgejagt. Zudem kommt dem Konzern seine starke Stellung auf dem wachsenden chinesischen Markt zugute. Allerdings könnte VW nach dem Auslaufen der Abwrackprämien im nächsten Jahr einen Rückschlag erleben. Denn der Konzern war einer der größten Profiteure der staatlichen Stützungsmaßnahmen für den Automobilmarkt. Zudem rechnen Branchenexperten nach dem Ende der Verschrottungsprämien mit einer zunehmenden Rabattschlacht, um den Kunden den Autokauf weiter schmackhaft zu machen.