Flensburg/New York. Amerikas Autofahrer sind bestens informiert. Sie erfahren als erste, ob das Gaspedal bei ihrem Toyota klemmt, ob die Servolenkung ihres Mercedes ausfallen kann oder ob bei ihrem BMW Bremsflüssigkeit austritt. Dann, ganz langsam, sickern die technischen Pannen auch nach Deutschland durch. Nur auf Anfrage räumen die Hersteller - manchmal etwas widerwillig - ein, dass auch Autos hierzulande die gleichen Macken haben.
"In den USA werden Rückrufe öffentlicher gehandhabt als in Deutschland", sagt Autoexperte Fabian Brandt von der Beratungsfirma Oliver Wyman. "Mit den aktuell geplanten Gesetzen kann die Pflicht zur Offenlegung in den USA sogar noch verschärft werden." Der Fall Toyota treibt die Politiker in Washington seit Monaten um. Sie werfen dem japanischen Hersteller vor, die technischen Schwierigkeiten lange unter der Decke gehalten und damit Menschenleben gefährdet zu haben.
In Berlin ist das kein Thema. Dabei werden auch in der Bundesrepublik jedes Jahr hunderttausende Fahrzeuge in die Werkstätten beordert. "Das ist auch nichts negatives", sagt ein Sprecher des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Schließlich diene es ja der Sicherheit - und manchmal auch dem Komfort.