Dresden. Die Gläserne Manufaktur in Dresden soll ein Aushängeschild des Volkswagen-Konzerns sein. Hier wird seit 2002 der Phaeton, das Flaggschiff der Marke, in Handarbeit gefertigt. Doch das Produktionsband scheint in Zeitlupe zu laufen: Vergangenes Jahr liefen gerade mal 4071 Phaeton vom Band. Die Kapazität des aufwendig gestalteten Werks liegt jedoch bei 26.000 Einheiten im Jahr. Hätte VW die Investitionen in Werk und Auto nicht längst auf null abgeschrieben, die Limousine wäre ein finanzielles Desaster.
Aber das Auto spielt dennoch eine wichtige Rolle innerhalb der gesamten Produktpalette, wie ein Volkswagen-Sprecher versichert: „Ein ernsthafter Hersteller muss auch das Luxussegment bedienen.“ Frank Löschmann, Sprecher der Geschäftsführung in Dresden, blickt trotz der entmutigenden Zahlen mit Zuversicht nach vorne: „Der Phaeton wird definitiv einen Nachfolger haben.“ Dabei setzt die Gläserne Manufaktur alle Hoffnungen auf den aufstrebenden chinesischen Markt. Rund 2500 verkaufte Einheiten peilt VW im Reich der Mitte an, sagte Volkswagen-China-Chef Winfried Vahland im November 2009. China könnte für den Phaeton das gelobte Land werden. Auch eine Rückkehr auf den US-Markt ist wieder möglich. „Der Chinese gilt als ein sehr kritischer und technikinteressierter Kunde. Darum achten wir auch beim Phaeton darauf, stets die besten Materialien und aktuellsten Neuerungen zu verwenden“, sagt Löschmann über den global am schnellsten wachsenden Wirtschaftsraum.
Dort ist der Phaeton für Volkswagen so wichtig, dass es für ihn sogar eigene Verkaufsräume gibt. Und das Modell ist exklusiv: Der Phaeton wird mit einer Dynaudio-Anlage ausgerüstet, deren Leistung für den chinesischen Markt auf 1000 Watt angehoben wird. Auch die Entwicklungskompetenz spielt bei Volkswagen unabhängig von den steigerungsfähigen Verkaufszahlen eine Rolle. Der Zwölfzylindermotor der Wolfsburger ist weltweit das meistverkaufte Aggregat dieser Klasse. Die Maschine ist neben dem Phaeton auch im Bentley Continental und im Audi A8 verfügbar.