Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern will die Zusammenarbeit mit seinem Großaktionär Katar ausweiten. Dabei soll es um die Bereiche Forschung, Entwicklung und Bildung gehen, wie Europas größter Autobauer beim Besuch einer Wirtschaftsdelegation im Golfemirat am Montag mitteilte. Bei der Forschung haben die Partner neue Werkstoffe, Energiegewinnung und die Optimierung von Motoren im Blick. Mittelfristig soll die Möglichkeit der Gründung eines Testlabors für Fahrzeugmaterialien ausgelotet werden. Im Bereich Bildung sollen unter anderem die Studiengänge an der Universität Katar und der AutoUni in Wolfsburg erweitert werden.
Katar ist im Zuge der Übernahme von Porsche durch Volkswagen im vergangenen Jahr bei beiden Autobauern eingestiegen. Der vor allem für seine Ölvorkommen bekannte Wüstenstaat hält zehn Prozent der Stammaktien des Sportwagenbauers und rund 17 Prozent der stimmberechtigten Aktien bei VW. Bei Porsche hat Katar bereits ein Aufsichtsratsmandat inne, bei VW soll im April ein Vertreter des Emirats in das Kontrollgremium gewählt werden. VW will Porsche im nächsten Jahr als zehnte Marke in den Konzern eingliedern.
Das Bestreben um eine weitergehende Zusammenarbeit über eine Kapitalbeteiligung hinaus ist bei den Golfemiraten keine Seltenheit. Der Einstieg von Abu Dhabi beim Stuttgarter Autobauer Daimler ging im vergangenen Jahr beispielsweise ebenfalls mit der Vereinbarung von Projekten in den Bereichen Bildung und Ausbildung sowie der Entwicklung von Leichtbaumaterialien einher. Die Golfstaaten wollen sich mit dieser Strategie auf die Periode nach dem Mineralölzeitalter vorbereiten. Oft legen sie dabei auch besonderen Wert auf moderne Infrastrukturlösungen. Beispielhaft ist dafür die geplante Öko-Stadt Masdar City in Abu Dhabi, die ohne CO2-Emissionen auskommen soll. (dpa-AFX/gem)