Hamburg. Die zügige Verbesserung des Absatzes nach der Krise in der Fahrzeugbranche verschärft zunehmend das Problem langer Lieferzeiten im deutschen Autohandel. "Die Erfolge im Export sind schön für die Autohersteller", sagt ein großer Vertriebspartner des VW-Konzerns. "Hierzulande allerdings ist wegen der steigenden Wartezeiten bei Neuwagen leider so manches Geschäft mit Privatkunden und gewerblichen Abnehmern in Gefahr". Zudem sorgen sich mittlerweile viele Autohändler um ihre Boni für das Erreichen der Jahresabsatzziele. Auf Verbandsebene, etwa beim ZDK, wird das Geschehen mit größter Aufmerksamkeit begleitet. Eine aktuelle Umfrage der Automobilwoche zeigt zudem, dass neben VW auch Händler anderer Hersteller bei einigen Modellen mit Lieferproblemen zu kämpfen haben.
So sagt Alain Uyttenhoven, Deutschland-Chef von Toyota: "Wir sind bei unseren Volumenmodellen lieferfähig. Natürlich können selten georderte Modellvarianten schon mal zu Lieferzeiten führen. Zu Engpässen kann es bei den Nischenmodellen aus nicht-europäischer Produktion wie Land Cruiser, HiLux oder HiAce kommen". Toyota verzeichne weltweit eine steigende Nachfrage, insbesondere bei der nicht-europäischen Produktion. Zusätzlich werde das Unternehmen durch Streiks bei einigen Zulieferern in Südafrika belastet. Uyttenhoven weiter: "Unsere Lieferfähigkeit war in den letzten Monaten nicht immer optimal, aktuell haben wir allerdings eine gute Verfügbarkeit, unser Jahresziel von gut 80.000 Zulassungen wird damit auf jeden Fall erreichbar. Unterstützungsmaßnahmen für den Handel sind daher momentan nicht geplant".