Es kommt darauf an, wie jemand ein Unternehmen für nachhaltigen Erfolg positioniert hat. Die Automobilindustrie muss extrem viele Herausforderungen bewältigen: Kostendruck, eine hohe Komplexität, lange Produktionszyklen, ein großer Innovationsanspruch. Der kurzfristige Erfolg zählt nicht. Vielmehr muss der Unternehmenslenker bewusste und richtige Entscheidungen treffen sowie eine stringente Strategie verfolgen, um Herausforderungen zu bewältigen und Marktchancen optimal und offensiv zu nutzen. Ein sehr zentraler Faktor für nachhaltigen Erfolg ist auch die Gewinnung der besten Führungskräfte und die Bildung eines bestmöglichen Teams, das von der Strategie überzeugt ist.
"Weitsicht, nicht Visionen“
Es geht nicht um Visionen, sondern um die Weitsicht, um das Vorausschauen. Wenn sich bestimmte Themen abzeichnen, wie die rasante Entwicklung der Emerging Markets oder die Klimadebatte, sollte eine Führungspersönlichkeit das Unternehmen auf diese wirklich vielversprechenden Themen vorbereiten. Dabei darf man natürlich das Tagesgeschäft nicht vernachlässigen: Kurzfristig erfolgreich sein, um in die Zukunft investieren zu können, das ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg.
Die Technologie spielt in der Automobilindustrie eine entscheidende Rolle. Ein Unternehmenslenker muss nicht über jedes technische Detail Bescheid wissen, aber er muss beurteilen können, welche Technologie geschäftlich Wert stiften kann. Das fällt einem Ingenieur natürlich leichter.
Erfolgreiche Automanager sind in anderen Branchen sehr gefragt. Aber auch die Autoindustrie sollte offener sein. Elektromobilität ist dafür ein gutes Beispiel: Da werden Kompetenzen gebraucht, die es bisher in der Automobilindustrie nicht gab. Auch in anderen Funktionen können Menschen aus anderen Branchen einen wertvollen Beitrag leisten und manchmal "lieb gewonnene“ Wege hinterfragen.
Die jungen Universitätsabsolventen und Führungskräfte sind hier gemeinhin fachlich extrem gut qualifiziert und international hoch angesehen. Es sollte aber mehr Wert gelegt werden auf Themen wie Kommunikation und Führung. In der Personalentwicklung liegt bei Beförderungen oft ein zu starker Fokus auf der fachlichen Qualifikation, während bei anderen Kompetenzen wie strategischer Orientierung, Mitarbeiterführung oder Teamorientierung oft Kompromisse gemacht werden.