Frankfurt. Die Automobilindustrie steckt weiter in der Krise. Darüber können auch einzelne Glanzpunkte, wie der durch die Abwrackprämie in Deutschland ausgelöste Nachfrageboom, kaum hinwegtäuschen. Auch 2010 steht den stark vom Export abhängigen deutschen Herstellern ein schwieriges Jahr bevor. Denn die Probleme der Branche haben sich nicht geändert: Überkapazitäten in der Produktion, Kostendruck auf den Märkten und der Zwang, viel Geld für klimafreundlichere Technologien auszugeben. Um die Herausforderungen zu meistern, dürfte es zwangsweise auch zu weiteren Zusammenschlüssen kommen.
Die Hersteller haben aber begonnen umzusteuern: Die Lagerbestände sind weitgehend abverkauft und schmerzhafte Kostensparprogramme installiert. Der Absatzeinbruch ist auch dank der staatlichen Subventionsprogramme in vielen Ländern zumindest gestoppt. Von den Herstellern und Verbänden ist nun immer wieder zu hören, die Talsohle sei durchschritten.
Nach Experteneinschätzung ist es aber noch nicht ausgemacht, dass es in der Branche weltweit wieder aufwärts geht. Zwischen den einzelnen Regionen und Unternehmen zeigen sich nach Einschätzung von Gregor Matthies, verantwortlicher Partner für die Automobilindustrie bei der Unternehmensberatung Bain & Company, deutliche Unterschiede. "Ich sehe noch nicht alle Zeichen auf Grün", sagt der Bain-Experte. Eine nachhaltige Erholung der traditionell großen Märkte in Europa, den USA und Japan hänge vor allem von den allgemeinen Konjunkturdaten ab.