Wolfsburg. Der Autobauer Volkswagen hat seine seit langem geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung gestartet. Mit dem frischen Geld soll die schrittweise Übernahme des Sportwagenbauers Porsche finanziert werden. Wie VW am Dienstag in Wolfsburg mitteilte, sollen bis zu 65 Millionen neue, stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgegeben werden. An der Börse sind die neuen Papiere nach dem aktuellen Kurs rund 4,5 Milliarden Euro wert.
Die Aktien sollen nach VW-Angaben bereits von diesem Dienstag an bei Investoren platziert werden. Nach dem sogenannten Bookbuilding- Verfahren richtet sich der Preis, zu dem die bisherigen Aktionäre vom 31. März bis zum 13. April ihre Bezugsrechte ausüben können. Am Freitag will VW den Preis für die neuen Papiere, das Bezugsverhältnis und das endgültige Emissionsvolumen beschließen.
Konzernchef Martin Winterkorn sagte: "Wir sind und bleiben finanziell sehr solide aufgestellt." Dies werde maßgeblich dazu beitragen, dass VW bis zum Jahr 2018 der "ökonomisch und ökologisch führende Automobilkonzern weltweit" werde. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sagte, VW schaffe mit der Kapitalerhöhung eine wichtige Voraussetzung für eine weiterhin gesunde Finanzierungsstruktur. Die im Leitindex Dax notierte VW-Vorzugsaktie fiel um mehr als sieben Prozent auf rund 67,75 Euro. Analysten sagten, vor allem die angekündigte Zahl der neuen Aktien wirke belastend. Zudem wurde kritisiert, es gebe eine geringe Transparenz.
Volkswagen hatte im vergangenen Jahr einen langen und erbitterten Übernahme-Machtkampf mit Porsche für sich entschieden. Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll im Laufe des Jahres 2011 als zehnte Marke in den Konzern integriert werden. Ende 2009 hatte Volkswagen für rund 3,9 Milliarden Euro knapp die Hälfte des Sportwagengeschäfts von Porsche gekauft.