Hamburg. Im Zuge seiner Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft bemüht sich der Familienkonzern Schaeffler derzeit laut einem Pressebericht um Kandidaten für den zu schaffenden Aufsichtsrat. Unter ihnen sind Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes, der ehemalige Chef des Pharmakonzerns Schering Hubertus Erlen sowie der frühere Allianz-Controlling-Vorstand Helmut Perlet, wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Freitag berichtet. "Die Gespräche haben begonnen; das ist aber noch in einem frühen Stadium", sagte ein an dem Verfahren Beteiligter der Zeitung.
Die Installation eines Aufsichtsrats bedeute eine Zäsur in der Geschichte des über Jahrzehnte von der Familie Schaeffler dominierten Konzerns, hieß es in dem Bericht weiter. Sie sei Folge der Existenz gefährdenden Finanzierungskrise, in die Schaeffler durch die Übernahme der Mehrheit am wesentlich größeren DAX-Unternehmen Continental im vergangenen Jahr geraten war. Die Banken hatten Schaeffler die Milliarden-Kredite nur unter der Bedingung verlängert, dass sich das Unternehmen im Laufe dieses Jahres in eine Kapitalgesellschaft umwandelt, um sich am Finanzmarkt refinanzieren zu können und eine Fusion mit Conti zu ermöglichen. Für eine Aktiengesellschaft beispielsweise ist ein Aufsichtsrat gesetzlich vorgeschrieben.
Nach FTD-Informationen ist derzeit geplant, dass zumindest einige der Schaeffler-Kontrolleure bei einem Zusammenschluss mit Conti Mitglied in dem Aufsichtsrat des fusionierten Konzerns werden. "Das ist aber erst der zweite Schritt", sagte einer der Beteiligten der Zeitung. (dpa/fin/feb)