München. Das Auto hat als Statussymbol ausgedient, schreibt die Unternehmensberatung Progenium in einer Studie, basierend auf der Befragung von 1000 Bundesbürgern. "Insbesondere Frauen, Großstädter, Westdeutsche und die kaufkräftigen älteren Generationen verspüren heute weniger den Drang, mit dem Autokauf ein soziales Zeichen zu setzen“, so die Studie. Das ist keine gute Nachricht – für die Hersteller jener Hybrid- und Elektroautos, die jetzt oder bald in den Showrooms stehen und dringend auf Kundschaft warten. Denn welches Auto eignet sich mehr dazu, seinen sozialen Status nach außen zu dokumentieren, als beispielsweise ein Toyota Prius?
Das Design dieses Hybridautos dürfte die Kaufentscheidung kaum positiv beeinflussen. Auch der angeblich niedrige Verbrauch taugt nicht als Argument, haben doch einschlägige Tests bewiesen, dass bei Hybridautos wie dem Prius der Unterschied zwischen Norm- und Alltagsverbrauch besonders groß ist. Nein, der Kauf eines Prius ist ein soziales Statement. Der Wagen ist vor allem ein Statussymbol. Ein großer Toyota- Händler berichtete kürzlich, wer seine Prius- Kunden sind: Chefärzte, Architekten, Rechtsanwälte – eben jene Klientel, die früher fast nur Premium und Luxus Made in Germany gekauft hat. Das gilt ebenso für die anderen Hybridautos. Normalerweise bestellen vier von fünf Mercedes-Kunden ihre S-Klasse ohne Typenschild. Entweder, damit keiner sieht, dass es nur zum Sechszylinder gereicht hat, oder um den mächtigen Zwölfzylinder zu verbergen.
Bei der Hybrid-S-Klasse ist es umgekehrt: Kaum ein Fahrer entfernt die Aufschrift. Auch die Hersteller kommender Elektroautos sind darauf angewiesen, dass diese von Kunden gekauft werden, die damit nach außen kommunizieren wollen: Seht her, ich will etwas für die Umwelt tun und lasse mir das auch was kosten. Denn billig werden die ersten Stromer kaum sein – selbst dann nicht, wenn sie hoch subventioniert werden. Die Progenium-Studie hat auch festgestellt, dass ein Seychellen-Urlaub eher das Image fördert als ein neues Auto. Der Umwelt nutzt das jedoch wenig: Ein Flug auf die Seychellen verursacht so viel CO2 wie ein ganzes Jahr S-Klasse fahren – auch ohne Hybrid. Übrigens: Ich traue Studien, die auf Befragungen basieren, grundsätzlich nicht. Hätten Sie etwa zugegeben, dass Ihr Auto auch Statussymbol ist? Ich nicht.