Frankfurt. Die Aktien der deutschen Autobauer haben am Montag ungeachtet kräftig gestiegener US-Absatzzahlen kräftig Federn gelassen. Am Dax-Ende standen gegen 10.10 Uhr Daimler-Aktien mit minus 2,56 Prozent auf 44,35 Euro. Für BMW-Titel ging es um 1,65 Prozent auf 48,485 Euro runter und die im Leitindex gelisteten Vorzüge von Volkswagen (VW) büßten 2,50 Prozent auf 84,34 Euro ein. Der Dax gab gleichzeitig lediglich 0,89 Prozent auf 6156,22 Punkte ab.
Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research sprach von einer recht guten Entwicklung, schränkte aber ein, der US-Automarkt sei noch weit entfernt von einer Normalisierung. Sogar erhöhte Kaufanreize hätten den US-Verbraucher nicht zurück zu den Autohändlern gebracht. Thilo Müller, Marktstratege bei MB Fund Advisory, begründete die aktuellen Kursverluste mit der bereits sehr guten Kursentwicklung der Aktien vor allem von BMW und Daimler, die zu den bisherigen Favoriten in diesem Jahr zählen. Die Kurse hätten auch mit dem Blick auf den Euro-Dollar der zuletzt nachteilhaften Währungsentwicklung noch nicht Rechnung getragen und aus dieser Gemengelage resultierten wohl Gewinnmitnahmen. Nach dem Quartalsende würden einige Portfolios zudem neu ausgerichtet und einige Fondsmanager, die Autowerte zum Quartalsende halten wollten, schichteten um. Auch andere Börsianer begründeten das Minus mit Gewinnmitnahmen wegen des Euro.
In das Bild passt auch die fundamentale Einschätzung von Analyst Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg, aus dessen Sicht die für alle deutschen Anbieter positiv ausgefallenen starken US-Absatzzahlen die Autotitel positiv hätten beeinflussen sollen. Mit dem Blick auf die Einzelwerte seien die Verkäufe in der BMW-Gruppe deutlich besser ausgefallen als von ihm erwartet und Daimler habe den stärksten Absatz im bisherigen Jahresverlauf 2010 gemeldet. Volkswagen hätten von starken GTI-Verkäufen profitiert. Porsche-Titel verloren außerhalb der Dax-Indexfamilie 1,03 Prozent auf 35,94 Euro. (dpa-AFX/gem)