Detroit. General Motors, Ford und Chrysler - die einstigen "Großen Drei" der US-Autoindustrie - sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Aber immerhin: Alle drei einstigen Pleitekandidaten leben noch. Zu verdanken haben die Industrie-Dinosaurier ihre Rettung - mal mehr, mal weniger - dem amerikanischen Steuerzahler. Und dabei ging es um mehr als eine Abwrackprämie. Bei Autoshow in Detroit stehen die Autokonzerne kommende Woche nun in der Pflicht, überzeugende Konzepte für die Zukunft vorzuweisen.
Die US-Regierung hatte General Motors (GM) und Chrysler im Frühsommer in beispiellosen Eilverfahren durch die Insolvenz gepeitscht. Jahrzehntealter Ballast ging über Bord: Werke wurden geschlossen, Marken eingestampft, Ausgaben für Gesundheit und Rente gekappt. Doch nicht nur die Mitarbeiter mussten Opfer bringen, auch die Gläubiger guckten weitgehend in die Röhre. Die USA und Kanada finanzierten schließlich den Neuanfang mit mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Mrd Euro) und wurden dadurch zum Mehrheitseigner wider Willen.
Bei Ford hingegen kam der Steuerzahler geradezu billig davon. Die Nummer zwei der US-Autoindustrie profitierte zwar auch wie die Konkurrenz von der amerikanischen Abwrackprämie "Cash for Clunkers". Eine Insolvenz blieb dem Unternehmen aber erspart. Ford-Chef Alan Mulally hatte viel früher als seine Gegenüber bei der Konkurrenz die verfahrene Situation erkannt und gegengesteuert: Er strich Tausende Stellen, senkte die horrenden Sozialkosten und trennte sich noch in besseren Zeiten von den britischen Tochtermarken Jaguar und Land Rover.