München. "Wir wollen nicht auf das KBA warten, sondern proaktiv auf die Kunden zugehen“: Burkhard Weller, Chef der Berliner Wellergruppe und Sprecher der deutschen Toyota-Händler, zeigt anlässlich der Rückrufaktion des japanischen Herstellers Gelassenheit. Gemeinsam mit Toyota Deutschland hat Weller einen Brief entworfen, der dem deutschen Toyota-Netz für die Kommunikation mit den Kunden zur Verfügung gestellt wird. Zudem erhalten die Partner einen Leitfaden für Telefongespräche. Bundesweit sind von dem Rückruf rund 200.000 Fahrzeuge betroffen, in den sieben Toyota-Betrieben der Wellergruppe müssen zirka 1500 Autos überprüft werden. Das Unternehmen hatte sofort reagiert, als bekannt wurde, dass auch Autos in Europa von dem Problem mit dem Gaspedal betroffen sein könnten: "Wir haben alle Mitarbeiter, die Telefonkontakt haben oder im Service sind, geschult.“
Das Hauptproblem sieht Weller aber weniger in dem technischen Defekt als in der mangelhaften Kommunikation: "Das Thema hat uns kalt erwischt.“ Trotz des medialen Echos seien die deutschen Kunden "überwiegend gelassen“, sagt Weller, "ebenso wie wir“. Seit immerhin zehn Jahren sei bei Toyota "nichts mit irgendeinem Gaspedal gewesen“, so der Unternehmer. An einen vergleichbaren Rückruf kann sich Weller – "und ich bin seit 30 Jahren Toyota-Händler“ – nicht erinnern. "Die Hysterie wie in den USA liegt dem Europäer – und erst recht dem Deutschen – eher nicht“, meint er.
Die Reparatur der Gaspedale sei nicht sehr aufwendig, "maximal 30 Minuten und paar ein Handgriffe – eigentlich ist es nur eine kleine Nachbesserung“. Den Betrieben empfiehlt er, die Öffnungszeiten auszudehnen, um die Kontrollen der Gaspedale "möglichst schmerzfrei für den Kunden“ durchzuführen. Den Imageschaden – "ein Kratzer im Lack“ – könne der Hersteller durch rasches Handeln begrenzen: "Wenn Toyota schnell öffentlich reagiert, dann sehe ich nur eine Delle, aber keine Beule.“