München. Soziale Internet-Netzwerke wie Facebook spielen bei der Informationsbeschaffung vor einem Autokauf eine untergeordnete Rolle, während Foren und Bewertungs-Websites von einem großen Teil der Kaufinteressenten herangezogen werden. Das ist das Ergebnis der groß angelegten AutoScout24-Studie "Autokauf to go! Welche Chancen bieten Social Media und mobile Technologien für den Autohandel?“. Die Macher der Studie haben sich den Kaufprozess von Interessenten innerhalb von acht Wochen vor einem Autokauf angesehen. Das Ergebnis: Während des gesamten Kaufprozesses nutzen zwischen 60 und 70 Prozent der Käufer Online-Automärkte wie AutoScout24 oder Mobile.de als Informationsquelle.
Während zu Beginn der Orientierungsphase noch über 60 Prozent der Kunden auch Händler-Websites heranziehen, nimmt das Interesse danach spürbar ab: "Dort tut sich einfach zu wenig“, sagt Alberto Sanz de Lama, Marketingchef von Auto-Scout24. Auch die Websites der Hersteller "spielen nur am Anfang eine große Rolle“. Internet-Suchmaschinen wie Google bleiben hingegen den gesamten Verkaufsprozess hindurch von Interesse. Spannend ist die zunehmende Bedeutung von Foren und Bewertungs-Websites, wo Autofahrer ihre Erfahrungen mit einem bestimmten Modell wie Reparaturanfälligkeit und Verbrauch diskutieren. "Am Anfang des Kaufprozesses gehen mehr als 30 Prozent der Interessenten auf solche Bewertungs-Websites, während zwischen 25 und 30 Prozent Foren und Communitys besuchen“, sagt Sanz de Lama. AutoScout24 hat mit AutoWissen.de mittlerweile selbst ein solches Forum geschaffen.
Soziale Netzwerke wie Facebook, die von Autoherstellern und einigen Händlern mit Inhalten gefüttert werden, spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Für einen Händler dürfte es sich kaum lohnen, sich auf Facebook zu engagieren, stellt Sanz de Lama fest. "Der Handel sollte sich stärker um Multimediainhalte bemühen“, rät der Marketing-Spezialist. So sei es sinnvoll, Gebrauchtwagen in kleinen Videos zu präsentieren: "Ein Händler, der ein Video von einem Fahrzeug ins Netz stellt, kann mit 150 Prozent mehr Anfragen rechnen.“ Auch die Bedeutung von Smartphones wie dem iPhone wachse bei der Fahrzeugsuche: Schon jetzt kämen zwei Prozent der Suchanfragen bei Auto-Scout24 von einem iPhone.