München. Mit der Elektromobilität betreten viele Unternehmen der Autobranche Neuland. Sie müssen viel Geld in die Entwicklung der Antriebe investieren und dürfen gleichzeitig konventionelle Technologien nicht vernachlässigen. Ein Spagat, der ohne Entwicklungskooperationen kaum zu meistern ist. Selbst Großkonzerne wie Daimler und Bosch scheuen Alleingänge. So haben die beiden im April ein Joint Venture bekannt gegeben, um Motoren für E-Fahrzeuge zu entwickeln. Wolfgang Bernhart, Automobilexperte bei der Unternehmensberatung Roland Berger, sieht „Antriebstechnik in der gesamten Bandbreite“ als einen Schwerpunkt künftiger Entwicklungskooperationen.
Auch bei den Themen Leichtbau und neue Materialien werde es mehr Partnerschaften geben. Zudem erwartet er verstärkt Zusammenarbeit zwischen der Autoindustrie und der Telekommunikationsbranche beim Thema vernetztes Fahrzeug. Continental-Chef Elmar Degenhart verweist auf das hohe Innovationstempo in der Branche, das Partnerschaften forciert: „Als eine der innovativsten und wertschöpfungsstärksten Industrien der Welt muss sich die Automobilindustrie auf immer schneller wandelnde Wettbewerbs- und Rahmenbedingungen einstellen.“ Und der Zwang, solche Partnerschaften einzugehen, wird noch zunehmen: „Die Diversifizierung der Antriebstechnologien beispielsweise wird in Zukunft den Kooperationsdruck in der Automobilindustrie weiter erhöhen.“