Frankfurt/Main. Lag es nur an der Krise oder kündigen sich Wachablösungen an? In den vergangenen Jahren verzeichneten die Messen in Detroit, Genf, Frankfurt und Paris teils kräftige Rückgänge der Aussteller- und Besucherzahlen. Tokio, Nummer fünf der weltweit wichtigsten Auto-Shows, schrumpfte gar zur Regionalmesse – während die Newcomer Schanghai, Peking und Neu-Delhi trotz der Branchenkrise wuchsen. An der Publikumsresonanz gemessen schließen die Shows in Indien und China rasant auf, ihre Besucherzahlen haben sich binnen eines Jahrzehnts teils verdoppelt.
Dass sie den Klassikern an internationaler Bedeutung noch hinterherhinken, liegt nicht zuletzt an ihrer Ausrichtung. "Peking und Schanghai sind vollständig auf den eigenen boomenden Markt fixiert, das erklärt auch ihren etwas eigentümlichen Basar-Charakter. Doch wenn die chinesischen Hersteller erst Kapazitäten für den Export haben, werden diese Messen schnell erwachsen werden“, sagt Nick Margetts, Deutschland-Chef des Marktbeobachters Jato Dynamics. Der Trend bei den Besucherzahlen deutet darauf hin, dass die Verlagerungen im globalen Messe-Gefüge keineswegs krisen- oder konjunkturbedingt sind.
Dass die Hersteller das einkalkulieren, offenbarte die Kollision zweier Messe-Dickschiffe im vergangenen April: Da wurden auf der New Yorker Auto Show die neue A-Klasse von Mercedes und der New Beetle-Nachfolger von VW vorgestellt – ihre Weltpremiere aber erlebten beide Modelle Stunden zuvor auf der Messe in Schanghai. Das resultierte vordergründig aus einer unglücklichen Terminlage, denn New York eröffnet traditionell zu Ostern und begann daher in diesem Jahr spät, während die Chinesen ihrerseits die Messe wegen eines Feiertags vorgezogen hatten. Symptomatisch war es dennoch.