Stuttgart. Heinz Junker, Chef des Kolbenspezialisten Mahle mit Werken in Japan, rechnet im laufenden Jahr mit spürbaren Einschnitten wegen der Atom- und Erdbebenkatastrophe. "Wie stark das Geschäft von Mahle betroffen sein wird, ist noch nicht seriös zu beziffern", sagte der Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers. "Es wird uns im Geschäftsjahr 2011 aber sicherlich deutlich treffen."
"Japan ist für uns ein sehr wichtiges Land mit sehr wichtigen Kunden", erklärte der Manager. Großabnehmer wie Nissan, Honda und Toyota arbeiteten wegen der schwierigen Lage in dem gebeutelten Land derzeit nur mit sehr begrenztem Kapazitätsumfang. "Wir gehen davon aus, dass der Pkw-Bereich durch die Katastrophe mindestens 500.000 Autos verliert."
Mahle hat sechs Produktionswerke und zwei Entwicklungszentren in Japan. Alle Standorte liegen nördlich von Tokio - wo auch das Epizentrum des Erdbebens und das Kernkraftwerk Fukushima liegen. "Wir hatten durch das Beben Schäden an unseren Produktionseinrichtungen und Gebäuden", sagte Junker. "Das haben wir aber relativ schnell wieder in den Griff bekommen. Von unseren Mitarbeitern und ihren Familienangehörigen wurde niemand verletzt." Etwa 2000 Mitarbeiter hat das Unternehmen in Japan, der überwiegende Teil von ihnen sind Einheimische.
Konkret habe Mahle an zwei Standorten ernstere Probleme, berichtete Junker. "In einem Standort sind Produktionseinrichtungen ausgefallen, dort brauchen wir Ersatzteile, die nicht innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen zur Verfügung stehen." Aber die Engpässe seien zu überwinden.