Stuttgart. Porsche befreit sich weitgehend von seiner drückenden Schuldenlast und kommt dem Zusammenschluss mit VW ein Stück näher. Die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE sammelte 4,9 Milliarden Euro von Aktionären ein. Der Schuldenberg schrumpft von zuletzt mehr als 6,3 Milliarden Euro auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Freie Fahrt unter das Dach von VW hat Porsche damit aber noch nicht. Im Weg stehen weitere Altlasten aus dem verlorenen Übernahmekampf mit VW.
"Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung und der damit verbundenen weitgehenden Entschuldung der Porsche SE machen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum integrierten Automobilkonzern", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag. Der Manager ist zugleich Vorstandsvorsitzender der Porsche SE.
Die Inhaber der an der Börse gehandelten Vorzugsaktien griffen beherzt zu. Fast alle Vorzugsaktien seien an die Altaktionäre gegangen, teilte Porsche in Stuttgart mit. Die Stammaktionäre, die Eignerfamilien Porsche und Piëch sowie das Golf-Emirat Katar, hatten schon vor längerem zugesagt, bei der Kapitalaufstockung mitzuziehen.
Die Porsche SE hatte beim gescheiterten Versuch, den viel größeren VW-Konzern zu übernehmen, mehr als elf Milliarden Euro Schulden angehäuft. Im Sommer 2009 mussten der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter gehen. Porsche soll nun als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. Eine wichtige Voraussetzung: Die weitgehende Entschuldung der Dachgesellschaft, denn die Wolfsburger wollen kein unnötiges finanzielles Risiko eingehen.