Nibus will nicht, dass die Prämien zum Innovationshindernis werden. "Die Konzerne wollen E-Mobilität testen. Das sind vielleicht drei E-Fahrzeuge in großen Flotten mit über 500 Autos. Wir versuchen die Versicherer dahin zu bewegen, die E-Fahrzeuge testweise zu gleichen Beiträgen wie konventionelle Fahrzeuge laufen zu lassen“, sagt Nibus. Doch die kalkulieren Pi mal Daumen. "Auf Anfragen bei fünf Versicherungen kommen fünf verschiedene Angebote.“ Die Preis-Differenzen sind gewaltig. Sie reichen von 575 bis 1300 Euro für ein Modell, das mit konventionellem Antrieb für 500 Euro pro Jahr zu versichern wäre. Um die Tarife zu senken, könne zwar angedacht werden, das Ausschnittsrisiko Elektronik über eine Sachversicherung abzudecken, aber die Kombination von zwei unterschiedlcihen Versicherungswelten sei nicht zielführend. "Wir gehen davon aus, dass bald spezielle Versicherungstarife für E-Fahrzeuge auf den Markt kommen“, so Nibus.
Zumal der Markt sich verändert. Denn Car Sharing ist wegen der begrenzten Reichweite als lokales Einstiegsmodell für Elektromobilität prädestiniert und Leihwagen werden in Ballungsräumen immer gefragter. Bisher ist es so, dass die Versicherer die Risiken pauschal versichern – und zwar mit 200 bis 400 Prozent Prämienaufschlag. Nibus:"Denn der Versicherer weiß am Ende nicht, wer mit dem Fahrzeug unterwegs ist, zumal wenn der Mieter einen Dritten ans Steuer lässt.“ Bisher kennt der Versicherer weder den Mieter noch profitiert er von der Marge des Verleihers, denn der verdient als Zwischenhändler – oder auch nicht. Den Kontakt zu den Fahrzeugnutzern lassen sich die Versicherer bisher entgehen.
Den Fahrer interessiert es wenig, wer das Auto, mit dem er unterwegs ist, versichert hat. Dazu kommt: "Car Sharing ist anders als die normale Autowelt“, sagt Nibus. "Eigentum wird immer anders behandelt als geliehenes.“ Die Anonymität verleitet eher zu unvorsichtigem Fahren – und erhöht für den Betreiber von Car Sharing die Kosten.