Frankfurt/Main. Auf dem Design lag gewiss nicht das Hauptaugenmerk bei der Entwicklung der neuen Festsattelbremse, die Continental in Halle 5.1 zeigt (Stand A08). Dennoch ist auch das Aussehen der Bremse bemerkenswert: Durch ein geschicktes Packaging vermieden die Techniker von Conti außen liegende Bremsleitungen, wodurch den Designern neuer Spielraum zur Gestaltung eröffnet wurde. Bei großen Rädern mit wenigen Speichen könnte die neue Bremse also zum Hingucker avancieren. Viel entscheidender ist jedoch die Technik dahinter. Vier Kolben sitzen in einem Aluminium- Monoblock-Bremssattel. Rund 1,5 Kilogramm spart die neue Bremse gegenüber konventionellen Lösungen ein – pro Rad.
Alu-Monoblock spart Gewicht
"Wir unterstützen die Fahrzeughersteller dabei, den CO2-Ausstoß neuer Modelle weiter zu senken. Das Gewicht spielt dabei eine Schlüsselrolle“, sagt Dietrich Golz, Entwicklungsleiter für Radbremsen im Geschäftsbereich Hydraulische Bremssysteme bei der Continental-Division Chassis & Safety. Zudem wird das Gewicht der ungefederten Masse am Fahrwerk minimiert, der Abrollkomfort dadurch verbessert. Gewichtsreduzierung dürfe allerdings nicht die alleinige Maxime sein, heißt es bei Conti. Golz: "Leichtbau darf keine Probleme in anderen Bereichen verursachen.“
Bei der neuen Festsattelbremse galt es daher, neben dem Gewicht auch die Neigung zum typischen Quietschen zu reduzieren. Dafür nutzten die Entwickler die Erfahrung mit Faustsattelbremsen. Der Aluminium-Monoblock- Bremssattel mit vier Zylindern verfügt nämlich nun über gezogene Bremsbeläge. Dadurch wird die Schwachstelle von Festsattelbremsen beseitigt: Da der Rahmen der Bremse normalerweise starr ist, werden keine Schwingungen gedämpft und es kommt zu Quietschgeräuschen. Bei der neuen Bremse werden die Beläge jedoch nicht einzeln fixiert, sondern mit einer zentralen Haltefeder inklusive Belagabstützung angebracht. Durch die innovative Anordnung lässt sich Schwingungsenergie (und damit das schrille Nebengeräusch) beim Bremsen drosseln. (Foto: Continental)