Tokio. Der Stolz des Produktions-Landes Japan dürfte noch lange von Nachbeben erschüttert werden: Gerade die Autobauer ächzen unter den Folgen von Erdbeben, Tsunami und Atom-Krise. Abschätzbar sind die Folgen noch längst nicht. Ein Überblick:
Die unmittelbaren Folgen: Zwar hat das Erdbeben keine Auto-Produktionsstätte komplett zerstört. Ernsthafte Probleme sind aber die zeitweisen Stromabschaltungen, fehlende Zulieferteile und die bedrückende persönliche Lage der Beschäftigten, wie Analyst Tadashi Usui von der Ratingagentur Moody's sagt. Moody's sieht die Autobranche stärker als die Elektrobranche betroffen, weil sie auf eine breitere Zulieferbasis angewiesen ist. Die Hersteller rechnen bisher mit einem Produktionsausfall von mehr als 365.000 Fahrzeugen.
Künftige Risiken: Die Verwundbarkeit japanischer Autobauer liegt für Moody's in ihrer Finanzausstattung: Vor allem die Bonitätseinstufungen von Toyota und Yamaha seien weniger gut, die von Nissan und Honda etwas besser. Toyota sei gerade erst dabei gewesen, sich von der Rückrufwelle des Jahres 2010 zu erholen. Jetzt dürften höhere Preise für Strom und Zulieferteile die Gewinne schmälern. Unklar ist, wie stark sich die Energieprobleme auswirken: Laut der Zeitung "Asahi" erwägen die Auto-Hersteller, ihre Gesamtproduktion wegen des Strommangels auf 70 bis 80 Prozent des Vorkrisenniveaus zu senken.