Ausgestattet mit einem Diplom der Fakultät für Maschinenbau ihrer rumänischen Heimatstadt Hermannstadt stieg Edda Kristof- Goeman zunächst bei einem Automobilzulieferer ins Berufsleben ein – als Konstrukteurin. Als ihre Familie 1985 in den Westen ging, folgte die junge Ingenieurin bald nach – natürlich nicht, ohne sich zu verbessern: In Wiesbaden ließ sie sich beim damaligen IT-Riesen Nixdorf zur Organisationsprogrammiererin ausbilden. Der nächste Schritt führte sie nach Wolfsburg: 1986 stieg Kristof-Goeman bei Volkswagen ein, zunächst als Betriebsingenieurin Presswerk. Ihr Bereich: technische Einsatztermine in der Zentrallogistik. Der Weg in die Branche habe sich aufgrund des Studiums und der "Affinität zu individueller Mobilität“ ergeben, sagt die dunkelhaarige Frau mit dem freundlichen Lächeln.
Kristof-Goeman ging diesen Weg konsequent weiter – 1994 folgte die Ernennung zur Volkswagen-Führungskraft. Ab da ging alles recht schnell: Zunächst glänzte Kristof-Goeman als Leiterin der Materiallogistik, bevor sie 1997 zur CKD-Chefin ernannt wurde. Vier Jahre später übernahm sie die Leitung der Logistiksteuerung, kurz darauf die Leitung der Markensteuerung. Zahlreiche Produktprojekte für den Vorstand standen an. Die in Rumänien geborene Deutsche verantwortete zahlreiche weltweite Anläufe – auch in Pilothallen. Erfolgreich dirigierte sie Materialfluss und Logistik per Videokonferenz.
Nachdem auch dieser Karriere-Schritt mit Bravour bestanden war, übertrug ihr Volkswagen 2004 die Bereichsleitung der Markenlogistik. Bereits ein Jahr später wurde die gelernte Schlosserin ins Topmanagement berufen. 2006 übernahm sie die technische Geschäftsführung von Volkswagen Logistics und wurde Sprecherin der Geschäftsführung. Im Jahr 2009 übertrug ihr VW die Leitung der Produktionssteuerung und machte sie noch im gleichen Jahr zur Leiterin Produktstrategien. Ihr Wunsch an die Industrie: Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Karriere für Frauen sollte gefördert werden.