München. „Zulieferer müssen noch schneller und flexibler auf Marktschwankungen reagieren“, sagt der Personalleiter von Allgaier, Helmut Illig. In der Produktion setzt das auf Umformung spezialisierte Unternehmen zunächst auf Arbeitszeitkonten, die dem Bedarf entsprechend genutzt werden. Bei extremen Produktionsspitzen fertigen dann Mannschaften mit einem Zeitarbeiter-Anteil von bis zu zehn Prozent die Stahl- und Aluminiumkomponenten.
Doch auch in der Entwicklung, wo spezielles Wissen gefragt ist, sind flexible Beschäftigungsstrukturen Usus. Am Nürtinger Standort von Hydraulik-Ring beispielsweise entwickeln 140 Angestellte, darunter 50 Ingenieure, neue Nockenwellenversteller und Getriebeventile. Gegenwärtig werden sie von 20 Ingenieuren unterstützt, die bei externen Personaldienstleistern angestellt sind – Tendenz steigend. „Wir setzen verstärkt auf flexible Arbeitsstrukturen“, sagt Personalleiterin Gudrun Berberich.
„So haben wir die Krise ohne Entlassungen überstanden.“ Laut einer Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag des Personaldienstleisters Hays nutzen 90 Prozent der deutschen Unternehmen flexible Beschäftigungsformen wie befristete Arbeitsverträge, Zeitarbeit oder Einsatz von Freiberuflern. In der Automobil- und Maschinenbaubranche sind es gar 100 Prozent. Über zwei Drittel der Unternehmen im Automotive- Bereich nutzen Zeitarbeit zumindest häufig, während es unter den insgesamt 451 befragten Firmen nicht einmal ein Drittel ist.