Wien. Im Jahr 2002 verabschiedete sich mit DaimlerChrysler der letzte OEM aus der Pkw-Fertigung in Österreich. Der dortigen Automobilindustrie hat das nicht geschadet. Genannt werden – mit Ausnahme der kurzen Wirtschaftskrise – jährliche Wachstumsraten von zehn Prozent seit dem Jahr 2000. Etwa 700 vor allem kleine und mittlere Unternehmen erzielen nach Angaben der Austrian Automotive Association rund 22,5 Milliarden Euro Umsatz. Rund 90 Prozent davon gehen in den Export und steuern damit einen erheblichen Anteil zum österreichischen Gesamtexport von rund 109 Milliarden Euro pro Jahr bei.
Bei den Branchengrößen BMW Motoren, Magna Steyr und GM Powertrain (seit Mai Opel Wien) gehen 100 Prozent der Produktion in den Export. Exakte Zahlen für den Umsatz in der Autozulieferung lassen sich aus österreichischer Statistik und Wirtschaftsforschung allerdings nur schwer ableiten. Unter dem Strich brachte der Ausstieg von DaimlerChrysler aus der Fertigung des Voyager im Eurostar-Werk bei Graz sogar einen Schub für die Gesamtfahr zeugfertigung in Österreich.
Denn Magna Steyr führte die Voyager- Produktion auf eigenen Anlagen fort, übernahm das Eurostar-Werk und baute dort seine Auftragsfertigung aus. In der Spitze produzierte Magna Steyr im Jahr 2006 fast 250.000 Fahrzeuge im Auftrag von OEMs. Die Produktionszahlen von Magna Steyr stellen gleichzeitig auch die gesamte Pkw-Produktion des Landes dar. Zusammen mit Magna Steyr bilden das BMW-Motorenwerk in Steyr und das Motorenund Getriebewerk von GM Powertrain in Aspern bei Wien eine Art Führungstrio der österreichischen Automobilindustrie.