Wir befinden uns mit Bentley auf einem guten Weg. Bis zum Ende des Jahres wollen wir wieder profitabel sein. Mit dem Mulsanne, der gerade erst ein Jahr alt ist, dem neuen Continental GT und jetzt mit dem Cabriolet hat Bentley eine sehr junge, attraktive Modellpalette. In den ersten acht Monaten des Jahres 2011 verzeichnen wir beim Absatz einen Zuwachs von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis Jahresende gehen wir davon aus, dass wir weltweit mit einem Plus 40 Prozent abschließen können und 7000 Einheiten verkaufen.
"Die Grenzen des Machbaren ausweiten“
Die Veränderungen gehen quer durch alle Bereiche, angefangen vom Produktentscheidungsprozess bis zum Total-Quality-Ansatz. Wir haben bei Porsche jahrelang an der Erhöhung der Effizienz und der Verbesserung der Produktivität gearbeitet. Ich bin sicher, dass wir in diesen Kriterien auch bei Bentley in den nächsten ein bis zwei Jahren gut vorankommen werden.
Nein. Bentley muss und wird seinen eigenen Weg gehen. Als Hersteller hochwertiger Luxusautomobile liegen die Schwerpunkte bei uns auf anderen Gebieten wie bei Porsche. 60 Prozent unserer Mitarbeiter im Werk sind nicht in der Endmontage tätig, sondern in den Vormontagen und der Teilefertigung. Zum Beispiel werden die Sitze vom Sitzgestell bis zur Belederung bei uns im Haus hergestellt.
Ja, da müssen Veränderungen besonders akribisch durchdacht und vorbereitet werden. Die Frage ist doch: Was wird von uns an Craftsmanship, an Handwerkskunst, erwartet, was ist typisch Bentley und wo ist der Einsatz hochqualifizierter Bentley-Mitarbeiter sinnvoll? Wir schneiden zum Beispiel auch die Schäume für die Sitze selbst zu und bauen die gesamten Sitzgestelle. Nicht jeder Arbeitsschritt ist Kernkompetenz.
Dabei ging es um die mögliche Ausweitung unseres Produktportfolios. Wir untersuchen derzeit mehrere Möglichkeiten, die Produktpalette von Bentley zu erweitern. Ein Fahrzeug, das ganz oben im SUV-Segment positioniert ist, wäre eine denkbare Variante. Eine Entscheidung hierzu gibt es noch nicht.
Ja. Die Charakteristik moderner Diesel-Motoren passt zu Bentley.
Bugatti ist für einen Vollblutingenieur wie mich eine ganz besondere Herausforderung, die mir großen Spaß macht. Wir arbeiten ständig daran, die Grenzen des technisch Machbaren auszuweiten.
Das derzeit technisch Machbare in Sachen Antriebskonzept sehen Sie im Porsche 918 Spyder. Technologische Ansätze aus diesem einzigartigen Konzept werden Sie auch im Galibier wiederfinden.
Genau. Dazu werden wir die Galibier-Studie aus dem Jahr 2009 den neuen technischen Herausforderungen und Möglichkeiten anpassen. Antriebstechnisch wird Bugatti dem 16-Zylinder des Veyron treu bleiben. Weitere Optimierungen umfassen die Ergonomie auf der Rücksitzanlage sowie den Ein- und Ausstieg.
Wenn die Hybridisierung in diesem Fahrzeug Einzug hält, werden wir in der Lage sein, einerseits die Benchmark bei der Performance im Limousinen-Segment zu setzen. Andererseits wird es möglich sein, in den Innenstädten emissionsfrei zu fahren. Denn ich rechne damit, dass es in Zukunft in den Stadtzentren Einfahrbeschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geben wird. (Foto: Bentley)