Zwickau. Bei etwa jedem vierten Projekt im Werkzeugbau wird das ursprünglich angesetzte Budget überschritten. Deshalb wurde bei der Siebenwurst Werkzeugbau GmbH Zwickau nach einem Weg gesucht, in jeder Phase der Produktentstehung über die realen Kosten informiert zu sein. Die Sachsen, die für Autobauer und Zulieferer Umformwerkzeuge herstellen, entwickelten zu diesem Zweck gemeinsam mit der TU Chemnitz ein Produktkostenmanagementsystem für den Werkzeug- und Formenbau. „Es ist so angelegt, dass wir für jeden Prozessschritt die realen mit den kalkulierten Kosten spiegeln und bei Abweichungen sofort eingreifen können. Bisher war das erst verzögert möglich und hat nicht geplantes Geld gekostet“, beschreibt Jörg Ruffert, Geschäftsführer bei Siebenwurst, das preisgerechte Arbeiten während der Konstruktion. Das System besteht aus drei Modulen.
In der Angebotskalkulation sind Daten, Funktionsbausteine und Prozessabläufe für ein Kalkulationswerkzeug integriert. Das Modul „projektbegleitende Kalkulation“ verarbeitet konstruktive Parameter sowie betriebswirtschaftliche Kosteninformationen aus der Arbeitsplanung und der Auftragssteuerung. Das Modul „Produktkostensteuerung“ verfolgt eine vom Markt ausgehende, kosten- und erfolgsorientierte Steuerung der produktbezogenen Unternehmensaktivitäten.
Kernstück ist das Management zur Zielkostenerreichung. Dabei wird ein stetiger Soll-Ist-Vergleich mit den durch die projektbegleitende Kalkulation analysierten beziehungsweise prognostizierten Produktkosten gezogen. „Angebotsengineering, Projektmanagement und Konstruktionsabteilung verfügen mit dem System über Kalkulationsmöglichkeiten, die eine genaue, transparente und ressourceneffiziente Kostenprognose für den gesamten Prozess ermöglichen“, benennt Geschäftsführer Ruffert erste Ergebnisse aus der Pilotphase.