Stuttgart/Leipzig/Hannover. Porsches neue Pläne für die Produktion seiner Luxuslimousine Panamera, wonach die Pläne für einen Ausbau des Werks Leipzig weiter reichen als bisher bekannt war – im Leipziger Werk soll ab 2013 nicht nur der Geländewagen Cajun vom Band laufen, sondern ab 2016 auch die zweite Generation des Sportcoupés Panamera komplett hergestellt werden (Automobilwoche online vom 2. April) – stoßen auf heftige Kritik des VW-Konzernbetriebsrats: "Das ist doch eine Gespensterdiskussion. So laufen im Volkswagen-Konzern keine Entscheidungen für Produktvergaben an Standorte", sagte der Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats der dpa. "Da müssen wohl einige Manager noch ein paar Nachhilfestunden bekommen. Erst einmal muss der Konzernvorstand von Volkswagen konkrete Zusagen für eine Auslastung des Standorts Hannover liefern, bevor man überhaupt über eine Verlagerung der Teilfertigung des Panamera spricht."
Mitte März hatte Porsche angekündigt, den neuen Cajun, einen kleinen Geländewagen, in Leipzig zu fertigen. Das Werk soll zu einem Produktionsstandort mit Rohbau und Lackiererei ausgebaut werden. Mindestens 1000 neue Stellen sollen geschaffen werden. Die fünfte Baureihe der Sport- und Geländewagenschmiede soll voraussichtlich 2013 auf den Markt kommen. Nach Aussage eines Porsche-Managers würde sich die Erweiterung des Standorts Leipzig zu einer vollstufigen Fahrzeugfabrik für nur ein Modell aber kaum rechnen. Bislang wird in Leipzig seit dem Jahr 2002 der Geländewagen Cayenne montiert. Der Panamera wird seit 2009 in Sachsen produziert, die vorgefertigten Teile für die beiden Fahrzeuge kommen aus VW-Werken.
Für VW Nutzfahrzeuge (VWN) wäre der Wegfall des Panamera-Auftrags nach Aussage eines VWN-Managers kein Problem. Dagegen sagte der Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats: "Bislang hat der Konzernvorstand von VW in Sachen Auswirkungen Leipzig auf Standorte des VW-Konzerns kein Gesamtkonzept vorgelegt. Und solange sehen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von VW auch keine Notwendigkeit, über den Einsatz von VW-Konzerntechnologie im Cajun zu entscheiden." (dpa/jo)