München. Autowerkstätten kommen in einem jüngst ausgestrahlten Fernsehbeitrag der Sendung „ARD-Ratgeber: Auto + Verkehr“ gar nicht gut weg. Aufgrund mehrerer Berichte unzufriedener Kunden und eigener versteckter Tests kommt die Verbrauchersendung zu dem Schluss, dass sie Kunden oft mit Billigangeboten in den Betrieb locken, um ihnen dann unnötige Reparaturen zu verkaufen. „Schwarze Schafe der Branche machen mit der Methode gute Geschäfte – das gilt für freie Betriebe genauso wie für Vertragswerkstätten“, heißt es im Text des Beitrags. Einzelne Marken oder Werkstattketten nennt der ARD-Beitrag nicht, allerdings wird gleich beim ersten Beispiel eines Golf-Fahrers deutlich, dass die Kritik in diesem Fall Deutschlands größter Servicekette Auto-Teile-Unger (ATU) gilt.
Denn zu dem von ATU empfohlenen Kupplungstausch wird der Auftrag der Werkstattkette in die Kamera gehalten. Man hatte geglaubt, bei einem sechs Jahre alten VW Golf, der zum Zahnriemenwechsel bei ATU war, ein lautes Vibrationsgeräusch vom zweiten Masseschwungrad zu vernehmen und wollte daraufhin die Kupplung tauschen. Grober Kostenvoranschlag: 2000 bis 2500 Euro. In der Hoffnung auf einen Kulanztausch der Kupplung ging der Fahrer zur VW-Vertragswerkstatt. Dort hielt man die Kupplung für einwandfrei, als Verursacher des Vibrationsgeräuschs stellte sich letztlich der Plastikdeckel einer Ölflasche heraus, der hinter den Luftfilter gerutscht war. Mit eigenen versteckten Tests in anderen Werkstätten belegt der Beitrag, dass die falsche Beratung bei ATU kein Einzelfall ist.