Erinnern Sie sich noch an die Spülmittelwerbung aus den neunziger Jahren? Die Bewohner zweier Dörfer schrubben nach einem Fest ihre Pfannen, aber mit verschiedenen Spülmitteln: "Während in Villabajo noch geschrubbt wird, wird in Villariba schon wieder gefeiert."
Ebenso wie die beiden Dörfer haben auch Volvo und Saab zahlreiche Gemeinsamkeiten: Beide sind schwedische Marken, beide waren im Besitz amerikanischer Autokonzerne und beide haben jetzt chinesische Investoren. Doch damit enden die Parallelen: Denn während Volvo auf der Erfolgsspur ist und vor kurzen einen neuen Rekord verkünden konnte, steht Saab kurz vor dem Bankrott, hat seit Monaten kein Auto mehr gebaut und kann nicht einmal mehr die Löhne seiner Angestellten bezahlen. Warum?
Die Antwort liegt in der Vergangenheit, in der Zeit, als Volvo zu Ford und Saab zu General Motors gehörte. Während Volvo auch unter amerikanischer Fuchtel seine Eigenständigkeit pflegen durfte, weiterhin Fünfzylinder baute und die Markenwerte Sicherheit und Solidität hochhielt, verfiel Saab in dieser Zeit regelrecht. GM verzichtete aus Sparsamkeit auf sämtliche Eigenheiten der stets etwas schrulligen Marke, die ursprünglich Flugzeuge herstellte und deshalb erstens viel Wert auf Aerodynamik legte und zweitens viele ungewöhnliche Lösungen präsentierte. Stattdessen waren Saab-Modelle unter GM-Regie oft nur notdürftig veränderte Opel-Modelle. Der Charakter der Marke ging dabei verloren.So steht Saab jetzt vor dem Aus, während Volvo unter der Muttergesellschaft Geely prosperiert.