München. Der wachsende Kostendruck lässt viele Unternehmen immer genauer auf die Reisekosten achten. Kombiniert mit verändertem privaten Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter schafft das Autohäusern möglicherweise auch Raum für neue Geschäftsmodelle. Ein Vorbild könnte das Corporate- Carsharing-Konzept „AlphaCity“ sein. Seit etwa einem Jahr bietet die BMW-Tochter Alphabet unter diesem Namen eine Kombination aus Fuhrparkmanagement und Leasing an: Unternehmen können Fahrzeuge leasen und diese ihren Mitarbeitern sowohl für dienstliche als auch – gegen Gebühr – private Fahrten zur Verfügung stellen.
Die Mitarbeiter gewinnen damit zusätzliche Möglichkeiten der Mobilität – das Unternehmen kann durch die Gebühren seine Flottenkosten senken. Ob dieses Geschäftsmodell auch Autohäusern neue Erlöse bringen kann, muss sich erst noch zeigen. Die Wellergruppe, einer der größten und aktivsten deutschen Autohändler, ist eher zurückhaltend. So erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Burkhard Weller der Automobilwoche: „Wenn die Kostensituation für dieses Fuhrpark-Carsharing deutlich unter einem klassischen Fuhrpark liegt, so sehen wir hier sicherlich Potenzial für dieses Geschäftsmodell.“ Sein Unternehmen habe allerdings keine Planungen, Angebote dieser Art zu machen.Carsharing im Fuhrpark
Der wachsende Kostendruck lässt viele Unternehmen immer genauer auf die Reisekosten achten. Kombiniert mit verändertem privaten Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter schafft das Autohäusern möglicherweise auch Raum für neue Geschäftsmodelle.
Vom Hersteller bedrängt
Man betreue Firmenkunden mit unterschiedlich großen Fuhrparks, für die Fahrzeuge geleast oder gekauft werden, aber „ein spezielles Carsharing bieten wir hier nicht an.“ Weller ist überzeugt, dass das klassische Fuhrparkkonzept weiter bestehen wird. Für bedenklich hält er allerdings, dass bei diesem Thema die Tochter eines Automobilherstellers aktiv wird: „Es ist kritisch für die private Händlerschaft, wenn hier der Hersteller nun noch stärker selbst in das Großkunden- und Fuhrparkgeschäft einsteigt“, moniert Weller. Der Markt für AlphaCity entwickelt sich laut Alphabet-Vertriebschef Uwe Hildinger langsam, aber kontinuierlich.
Bislang habe man Infineon mit fünf und die Agenturgruppe Serviceplan mit sieben Fahrzeugen als Kunden gewonnen. Bei zwei weiteren stehe der Start unmittelbar bevor. Dass die Unternehmen so zögerlich auf das neue Angebot reagieren, begründet Hildinger mit dem relativ hohen Aufwand in der Vorbereitung. Denn die Interessenten starteten meist mit einer Analyse der gesamten Mobilitätskosten, um zu sehen, ob und wie AlphaCity Entlastung bringen könnte. Für die Planung und Implementierung schließlich müssten verschiedene Unternehmensbereiche wie Travel- und Fuhrparkmanagement, IT und Personal an einen Tisch geholt werden. Grundsätzlich sei aber „das Interesse der Unternehmen an dieser neuartigen Mobilitätslösung überragend“, betont der Alphabet- Vertriebschef.