München. Sie sind klein, leicht und verbrauchen wenig Energie: In Zukunft sollen Autoscheinwerfer mit Laserlicht-Dioden arbeiten, die heller leuchten als aktuell eingebaute LEDs. BMW hat als erster Hersteller angekündigt, in spätestens drei Jahren die neue Scheinwerfergeneration anzubieten. Sie soll im Elektrosportwagen i8 debütieren. Das Licht aus den blauen Dioden hat eine deutlich hellere Leuchtkraft als LED-Scheinwerfer. Deshalb können Ingenieure kleinere Lichtquellen wählen. „Eine herkömmliche LED als quadratische Einzellichtquelle hat eine Seitenlänge von einem Millimeter. Eine Laserdiode misst nur ein Hundertstel davon, also zehn Mikrometer“, heißt es bei BMW.
Die Bayern planen aber nicht, die Scheinwerfer extrem zu verkleinern. Neben dem eingesparten Bauraum sind die Laserlichter auch leichter. Ein Laserlicht kommt zudem mit etwa 50 Prozent weniger Strom aus als eine LED-Leuchte. Es kann pro Watt rund 170 Lumen (photometrische Einheit für den erzeugten Lichtstrom) liefern, LED-Licht schafft dagegen lediglich rund 100 Lumen. Bevor das Laserlicht von winzigen Laserdioden auf die Straße leuchtet, wird es mittels Phosphor- Leuchtstoff umgewandelt. „Das eher blaue Laserlicht strahlt als ein rein weißes, sehr helles, angenehmes Licht auf die Straße“, sagen die Bayern.
Kombiniert mit einer Kamera im Innenspiegel sollen die künftigen Laserscheinwerfer die Sicherheit bei Nachtfahrten verbessern. So kann etwa eine Art Dauerfernlicht entstehen, das nicht blendet, weil es dynamisch geregelt vor dem Stoßfänger des Gegenverkehrs abflacht. Durch die kleinen Laserdioden lässt sich zudem die Lichtverteilung erhöhen, und ein Markierungslicht könnte Schilder, Radfahrer, Passanten oder Tiere, die am Straßenrand auftauchen, beleuchten. Wie bei vielen Neuheiten spielt allerdings der Preis eine zentrale Rolle. Zwar rechnen die BMW-Entwickler mit einer schnellen großflächigen Verbreitung, weil die Preise der Laserdioden ähnlich wie bei allen Halbleitern im Neunmonatsrhythmus fallen. Dennoch scheint ein genereller Systemwechsel hin zum leistungsstarken Laserlicht eher unwahrscheinlich. Uneinig sind sich Branchenkenner, ob das Laserlicht innerhalb der kommenden fünf Jahre serienreif wird.