Stuttgart.Die hoch verschuldete Porsche-Muttergesellschaft holt mit der nahenden Veräußerung des Porsche-Sportwagengeschäftes an VW zum finanziellen Befreiungsschlag aus und rechnet schon für das laufende Jahr mit einem satten Milliardengewinn. Mit dem Komplettverkauf der Porsche AG ergebe sich im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von bis zu sieben Milliarden Euro, wie die Porsche Automobil Holding SE am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Das Unternehmen erwartet daher einen Jahresgewinn «im hohen einstelligen Milliarden-Eurobereich». Volkswagen will das Porsche-Sportwagengeschäft zum 1. August übernehmen.
In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Porsche SE (PSE) bereits gut verdient - Bilanzierungsvorschriften schmälerten den Gewinn aber erheblich. Unter dem Strich blieben 1,15 Milliarden Euro - nach 149 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf das Ergebnis drückten erneut die gegenseitig mit Volkswagen eingeräumten Kaufrechte für den zweiten Teil des reinen Porsche-Sportwagengeschäftes aus der Porsche AG.
Diese Werte müssen nach internationalen Bilanzvorschriften regelmäßig neu bewertet werden. Den Wolfsburgern, die vor wenigen Tagen ihre Halbjahresbilanz vorlegten, versüßte das die Zahlen - bei den Stuttgartern trat das Gegenteil ein: Die Option auf den geplanten Verkauf schlug mit einem Minus von 1,38 Milliarden Euro zu Buche. Es handelt sich dabei aber lediglich um buchhalterische Effekte und bedeutet nicht, dass bei der PSE bares Geld verbrennt.
Für den Verkauf des Sportwagengeschäfts an Volkswagen streicht die PSE 4,46 Milliarden Euro und eine neue VW-Stammaktie ein. Wie die Holding mitteilte, will sie mit einem Teil der Summe ihre Schulden bei den Banken tilgen. Derzeit steht die PSE dort mit zwei Milliarden Euro in der Kreide.