München. Kleinkindbetreuung, Kindergarten, Schule, Hort, Hausaufgaben, Musikunterricht, Sporttraining – was das mit der Personalpolitik eines Unternehmens zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn sobald in einer Firma auch Väter oder Mütter mit Kindern beschäftigt sind, tauchen unweigerlich Fragen nach flexibleren Arbeitszeiten, Home-Office-Lösungen oder beispielsweise betrieblichen Betreuungseinrichtungen für die Kleinen auf. Die genannten Angebote für Kinder müssen in den Arbeitsalltag integriert werden, und das ist mitunter eine heikle, manchmal sogar unmöglich erscheinende Aufgabe.
Der Zulieferer Fehrer aus dem unterfränkischen Kitzingen löst sie offenbar vorbildlich. In den vergangenen beiden Jahren erreichte der Sitzkomponenten-Spezialist beim "Wettbewerb familienfreundlichster Arbeitgeber Mainfranken“ zweimal eine Platzierung unter den Top Fünf. Es gibt gleitende Arbeitszeiten, keine standardisierten Besprechungstermine und für fast alle Mitarbeiter ein maßgeschneidertes Arbeitszeitmodell. "Fehrer ist ein familiengeführtes Unternehmen, wir sind seit 137 Jahren am Ort und der größte Arbeitgeber hier, daraus leiten sich natürlich auch gewisse Verpflichtungen ab“, sagt Personalleiter Michael Schmid. "Der Familiengedanke ist ein Teil unserer Firmenkultur. Das hilft uns bei der Rekrutierung unserer Mitarbeiter und es fördert deren Motivation. Kitzingen ist schließlich nicht der Nabel der Welt, wir müssen uns also anstrengen, um unsere Mitarbeiter hierher zu holen und dann auch hier zu halten.“ Neben den flexiblen Arbeitszeiten greift Fehrer auch punktuelle Probleme bei der Kinderbetreuung auf. Am Buß- und Bettag des vergangenen Jahres etwa – die Kindergärten hatten an diesem Tag geschlossen, in den Firmen jedoch wurde gearbeitet – veranstaltete Fehrer einen "Kids Club“. Beschäftigte Mütter und Väter konnten an diesem Tag den Nachwuchs mit die Firma bringen. Die Werksfeuerwehr bot Mitfahrten für die Kleinen an, es gab zahlreiche Mitmachaktionen und selbstverständlich wollten viele Kinder auch mal sehen, wo Mama oder Papa eigentlich den ganzen Tag zu tun hat. Seit mehr als 30 Jahren gibt es auch die Fehrer-Stiftung. Sie wurde ins Leben gerufen, um Mitarbeitern und deren Angehörige nach Unglücksfällen zu unterstützen und ihnen die Rückkehr zu einem geregelten Leben zu erleichtern.Auch bei ZF in Friedrichshafen ist Familienfreundlichkeit nicht nur ein Modewort. Es gibt Kooperationen mit Kindergärten in Firmennähe, Aktionen für Kinder in der Ferienzeit, eine Wissenswerkstatt für Schüler aus der Region und selbstverständlich auch flexible Arbeitszeiten, Telearbeitsplätze für Mitarbeiter sowie Netzwerk-Treffen, um das Termindickicht zu lichten.Der Lichtspezialist Hella versucht ebenfalls, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu ein. Seit zehn Jahren gibt es ein Hella-Kinderhaus am Stammsitz in Lippstadt, in dem 70 Kinder bis zum Alter von sechs Jahren betreut werden. Drei weiter Kinderhäuser sind geplant.Familie und Job unter einem Hut
Kleinkindbetreuung, Kindergarten, Schule, Hort, Hausaufgaben, Musikunterricht, Sporttraining – was das mit der Personalpolitik eines Unternehmens zu tun hat? Eine ganze Menge. Wie Firmen versuchen, beschäftigte Mütter und Vater zu unterstützen...