Hamburg. Der Chef des schwedischen Autobauers Volvo, Stefan Jacoby, will Ballast aus alten Ford-Zeiten abwerfen. Konkret sollen die Auslastung der Produktion optimiert, neue Kooperationen geschmiedet und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gestärkt werden. "Wir werden die Ferienzeit in den Werken besser gestalten", sagte Jacoby der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). Volvo befindet sich mitten in der Restrukturierung. Als erster westlicher Autobauer sind die Schweden im Besitz eines chinesischen Eigners - und fahren damit wider ersten Erwartungen bislang erfolgreich. Unter dem Schutz der US-Mutter Ford hätten sich Strukturen eingeschlichen, "mit denen man als selbstständig agierendes Unternehmen nicht überlebensfähig ist", sagte der Manager.
Für 2012 kündigte der deutsche Firmenchef eine Straffung der Produktion an: "Wir erhöhen die Kapazitäten, indem wir in unserem schwedischen Werk flexibler produzieren werden." Die Limousine S60, die bisher ausschließlich in Gent vom Band lief, werde künftig auch in Torslanda gefertigt. Damit könnten mehr kleine XC 60 Geländewagen in Gent gebaut werden. Auch zeitlich soll die Fertigung ausgedehnt werden. "Wir müssen den Werksurlaub so bestreiten, dass wir den absoluten Produktionsstopp so gering wie möglich gestalten."
Volvo hatte das dritte Quartal mit Verlusten abgeschlossen. Das Gesamtjahr will der Autobauer aber mit einem Gewinn beenden. Volvo konnte 2011 den Absatz um 20 Prozent auf 450.000 Einheiten steigern. Alternativen zu einer Produktion in den USA oder Mexiko böte ein Export von Volvo-Modellen aus China oder ein verstärkter Einkauf von Teilen im Dollar-Raum, sagte Jacoby. (Foto: Volvo)