München. Deutschland altert. Unternehmen aller Branchen wetteifern zunehmend um immer weniger Erwerbstätige. Schon jetzt haben im Wettlauf um die besten Köpfe Betriebe die Nase vorn, die es ihren Mitarbeitern möglich machen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ein Beispiel dafür ist die Mahr-Gruppe in Göttingen, deren Messgeräte vor allem in der Automobilindustrie und im Maschinenbau eingesetzt werden. „Als Familienunternehmen unterstützen wir unsere Beschäftigten dabei, Familie und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Stephan Gais. Mahr bietet Mitarbeitern verschiedene Maßnahmen, wenn sie sich noch um ihren Nachwuchs kümmern. Doch der Familienbetrieb hilft auch, wenn Angehörige gepflegt werden müssen. „An diesem Thema arbeiten wir zurzeit verstärkt“, erklärt Gais.
Sein Unternehmen unterstützt die Belegschaft bei der Suche nach Pflegediensten und Heimen oder berät beim Antrag auf Pflegeleistungen. Erstmals hat das Unternehmen in diesem Jahr zusammen mit anderen Göttinger Betrieben entsprechende Info-Abende veranstaltet. „Wir wollen mit unseren Hilfsangeboten den Druck herausnehmen“, betont Personalerin Barbara Fuisting. Der Gesetzgeber hat das Problem erkannt. Seit 2008 erleichtert das Pflegezeitgesetz Arbeitnehmern, sich um einen kranken Verwandten zu kümmern. Bei akuten Erkrankungen darf der Mitarbeiter zehn Tage fehlen. Ist das mindestens in der Pflegestufe eins eingruppierte Familienmitglied länger auf Hilfe angewiesen, können Arbeitnehmer auch bis zu sechs Monate daheim pflegen, ohne Arbeitslohn zu beziehen. Beides greift allerdings nur bei Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten.Seit diesem Jahr haben Mitarbeiter außerdem die Option, die Arbeitszeit für maximal zwei Jahre zu reduzieren. Wer beispielsweise nur noch 50 Prozent arbeitet, bezieht in dieser Zeit drei Viertel des Gehalts, muss aber als Ausgleich in den beiden Folgejahren bei reduziertem Gehalt voll arbeiten. Dies ist allerdings ein freiwilliges Angebot des Arbeitgebers. Mahr hat damit kein Problem. „Wir tun alles, um unsere gut ausgebildeten Mitarbeiter zu halten“, betont Fuisting. Schließlich sei es teuer und schwierig, gutes Personal zu finden und einzuarbeiten. So weit wie Mahr ist der Esslinger Zulieferer Eberspächer zwar noch nicht, doch auch dort legt man Wert auf die langfristige Bindung engagierter und qualifizierter Mitarbeiter. Wenn sie plötzlich Pflegefälle zu betreuen haben, bietet das Familienunternehmen individuelle Unterstützung an, um eine passende Lösung zu finden. Konkrete Hilfspläne wie bei Mahr gibt es allerdings derzeit nicht. Der Mahle-Konzern arbeitet an einem Programm, um pflegenden Mitarbeitern besser helfen zu können. Schon jetzt werden Mitarbeiter nach dem Pflegezeitgesetz oder einer individuell vertraglich befristeten Zeit freigestellt. Außerdem kümmern sich auf Wunsch intern Sozialarbeiter um die Mitarbeiter. Dahinter steckt auch bei Mahle die Idee, die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber zu steigern.Mehr Demografie wagen
Deutschland altert. Unternehmen aller Branchen wetteifern zunehmend um immer weniger Erwerbstätige. Schon jetzt haben im Wettlauf um die besten Köpfe Betriebe die Nase vorn, die es ihren Mitarbeitern möglich machen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ein Beispiel dafür ist die Mahr-Gruppe in Göttingen, deren Messgeräte vor allem in der Automobilindustrie und im Maschinenbau eingesetzt werden.