Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern bricht derzeit alle Rekorde. Der größte europäische Hersteller hat vom weltweiten Autoboom im vergangenen Jahr einen dicken Brocken abbekommen. Vor allem auf dem größten Automarkt der Welt - in China - war VW erfolgreich. In den USA holte Volkswagen nach schwierigen Jahren wieder auf. Und auch in Westeuropa, wo andere Hersteller ins Trudeln gerieten, legte VW noch zu.
Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Operativ verdiente der Konzern mit seinen sieben Pkw- und mittlerweile zwei Lkw-Marken sowie der Transportersparte mehr als elf Milliarden Euro. Unter dem Strich standen fast 16 Milliarden. Und die Kasse ist mit 17 Milliarden trotz Zukäufen immer noch voll. Mit dem Werbeslogan des Konkurrenten Toyota kommentiert Frank Schwope von der Nord/LB die neuesten Zahlen: «Nichts ist unmöglich.»
Auch wenn im Nettoergebnis der Wolfsburger ein Einmaleffekt aus der Neubewertung von Aktienoptionen wegen der abgesagten Fusion mit Porsche enthalten ist - die Konkurrenz reicht bei weitem nicht an die Wolfsburger Zahlen heran. Der größte Autobauer der Welt, Erzrivale General Motors (GM) fuhr mit sechs Milliarden Euro das beste Ergebnis seiner Geschichte ein.
Volkswagen ist mit über acht Millionen verkauften Autos 2011 zur Nummer zwei nach GM aufgestiegen, nachdem Toyota aufgrund der Katastrophe in Japan zurückgefallen war. Ob VW auf diesem Platz bleibt - daran zweifeln Marktbeobachter. Schwope meint, dass Toyota wieder aufholen werde. Und ob VW das Ziel erreichen werde, bis 2018 der Größte zu werden, könne kein Mensch heute sagen. Für dieses Jahr aber geht er davon aus, dass die Wolfsburger ihren Absatz weiter steigern und beim operativen Ergebnis an das vergangene Jahr anknüpfen werden.